Die Umwandlung mechanischer Reize in elektrische Signale bildet die Grundlage für zahlreiche Sinneswahrnehmungen. Neben der Verarbeitung akustischer Signale im Innenohr beruhen auch der Tastsinn, die Propriozeption und die Nozizeption auf der Erfassung mechanischer Reize. Die Signaltransduktion erfolgt durch mechanosensitive Ionenkanäle wie die Piezo-Kanäle, deren Aktivierung zu einer Depolarisation der Zellmembran führt. Die Übertragung der mechanischen Kraft geschieht über die Lipide der Membran und/oder über die Verbindungen der Ionenkanäle mit der extrazellulären Matrix oder dem intrazellulären Cytoskelett. Piezo-Kanäle und andere Mechanorezeptoren befinden sich in den Endigungen somatosensorischer Neuronen, deren Zellkörper in den Spinalganglien lokalisiert sind. Die peripheren Endigungen der Neuronen bilden zusammen mit nicht-neuronalen Zellen verschiedene Endorgane in der behaarten und unbehaarten Haut. Die für die Propriozeption wichtigen Muskelspindeln befinden sich in den Muskelfasern, während Golgi-Sehnenorgane zwischen Muskel und Sehne liegen. Muskelspindeln messen die Muskellänge und sind für Dehnungsreflexe verantwortlich, während die Golgi-Sehnenorgane die Muskelspannung registrieren und eine Überdehnung der Muskeln verhindern. Mechanosensorische Informationen gelangen über die dorsale Wurzel ins Rückenmark, wo synaptische Verbindungen zu spinalen Interneuronen die Koordination der beiden Körperseiten ermöglichen. Aufsteigende Bahnen übertragen die Signale ins Gehirn, was letztlich zu einer bewussten Wahrnehmung führt.

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Mechanorezeption

  • Andreas Feigenspan

摘要

Die Umwandlung mechanischer Reize in elektrische Signale bildet die Grundlage für zahlreiche Sinneswahrnehmungen. Neben der Verarbeitung akustischer Signale im Innenohr beruhen auch der Tastsinn, die Propriozeption und die Nozizeption auf der Erfassung mechanischer Reize. Die Signaltransduktion erfolgt durch mechanosensitive Ionenkanäle wie die Piezo-Kanäle, deren Aktivierung zu einer Depolarisation der Zellmembran führt. Die Übertragung der mechanischen Kraft geschieht über die Lipide der Membran und/oder über die Verbindungen der Ionenkanäle mit der extrazellulären Matrix oder dem intrazellulären Cytoskelett. Piezo-Kanäle und andere Mechanorezeptoren befinden sich in den Endigungen somatosensorischer Neuronen, deren Zellkörper in den Spinalganglien lokalisiert sind. Die peripheren Endigungen der Neuronen bilden zusammen mit nicht-neuronalen Zellen verschiedene Endorgane in der behaarten und unbehaarten Haut. Die für die Propriozeption wichtigen Muskelspindeln befinden sich in den Muskelfasern, während Golgi-Sehnenorgane zwischen Muskel und Sehne liegen. Muskelspindeln messen die Muskellänge und sind für Dehnungsreflexe verantwortlich, während die Golgi-Sehnenorgane die Muskelspannung registrieren und eine Überdehnung der Muskeln verhindern. Mechanosensorische Informationen gelangen über die dorsale Wurzel ins Rückenmark, wo synaptische Verbindungen zu spinalen Interneuronen die Koordination der beiden Körperseiten ermöglichen. Aufsteigende Bahnen übertragen die Signale ins Gehirn, was letztlich zu einer bewussten Wahrnehmung führt.