Hören beruht auf der Wahrnehmung von Schallwellen; das sind periodische Druckänderungen, die sich in elastischen Medien wie Luft oder Wasser ausbreiten. Bei landlebenden Tieren muss der Schall von der Luft auf das flüssigkeitsgefüllte Innenohr übertragen werden. Hierbei spielen das Trommelfell und die Gehörknöchelchen im Mittelohr eine wichtige Rolle, da sie die Reflexionsverluste an der Grenzfläche zwischen Luft und Flüssigkeit verringern (Impedanzanpassung). Im Corti-Organ der Cochlea befindet sich die Basilarmembran, die durch den Druck der Schallwellen in Schwingung versetzt wird. Diese Schwingungen erzeugen eine Wanderwelle, die sich entlang der Basilarmembran ausbreitet und mechanosensitive Ionenkanäle in den Stereocilien der Haarsinneszellen aktiviert. Die Öffnung dieser Kanäle erfolgt über sogenannte Tip-Links, die aus den Proteinen Cadherin-23 und Protocadherin-15 bestehen. Der Einstrom von Kaliumionen aus der Endolymphe depolarisiert die Membran der inneren Haarsinneszellen. Die Wanderwelle auf der Basilarmembran erreicht bei der Resonanzfrequenz des Schalls ein ausgeprägtes Maximum. Die frequenzspezifische Aktivierung einer Gruppe von Haarsinneszellen ist die Grundlage für die Unterscheidung von Tonhöhen. Die Ortung einer Schallquelle erfolgt in der Horizontalebene durch den Vergleich von Laufzeit und Intensität der Signale, die von beiden Ohren empfangen werden In der Vertikalebene hingegen wird dies durch die spektrale Veränderung des Signals erreicht, die durch die Reflexion an körpereigenen Strukturen, insbesondere der Ohrmuschel, verursacht wird.

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Hören und Gleichgewicht

  • Andreas Feigenspan

摘要

Hören beruht auf der Wahrnehmung von Schallwellen; das sind periodische Druckänderungen, die sich in elastischen Medien wie Luft oder Wasser ausbreiten. Bei landlebenden Tieren muss der Schall von der Luft auf das flüssigkeitsgefüllte Innenohr übertragen werden. Hierbei spielen das Trommelfell und die Gehörknöchelchen im Mittelohr eine wichtige Rolle, da sie die Reflexionsverluste an der Grenzfläche zwischen Luft und Flüssigkeit verringern (Impedanzanpassung). Im Corti-Organ der Cochlea befindet sich die Basilarmembran, die durch den Druck der Schallwellen in Schwingung versetzt wird. Diese Schwingungen erzeugen eine Wanderwelle, die sich entlang der Basilarmembran ausbreitet und mechanosensitive Ionenkanäle in den Stereocilien der Haarsinneszellen aktiviert. Die Öffnung dieser Kanäle erfolgt über sogenannte Tip-Links, die aus den Proteinen Cadherin-23 und Protocadherin-15 bestehen. Der Einstrom von Kaliumionen aus der Endolymphe depolarisiert die Membran der inneren Haarsinneszellen. Die Wanderwelle auf der Basilarmembran erreicht bei der Resonanzfrequenz des Schalls ein ausgeprägtes Maximum. Die frequenzspezifische Aktivierung einer Gruppe von Haarsinneszellen ist die Grundlage für die Unterscheidung von Tonhöhen. Die Ortung einer Schallquelle erfolgt in der Horizontalebene durch den Vergleich von Laufzeit und Intensität der Signale, die von beiden Ohren empfangen werden In der Vertikalebene hingegen wird dies durch die spektrale Veränderung des Signals erreicht, die durch die Reflexion an körpereigenen Strukturen, insbesondere der Ohrmuschel, verursacht wird.