Am 13. Dezember 1919 meldete der Theaterkritiker Willi Handel im Berliner Lokalanzeiger einen „Theaterskandal im Schauspielhaus“. Ein anderer Rezensent schrieb über die „Dummköpfe und Schandbuben“, die die Premiere von Friedrich Schillers Wilhelm Tell im Schauspielhaus des Berliner Staatstheaters am 12. Dezember gestört hätten. Die Regie für diese Neuinszenierung oblag Leopold Jessner, dem zu diesem Zeitpunkt noch recht neu ins Amt gekommenen Intendanten des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt. Für die Ausstattung war der in Berlin zu jener Zeit noch relativ unbekannte Maler, Plakatkünstler und Bühnenbildner Emil Pirchan verantwortlich, der erst seit gut einem Jahr als Ausstattungsleiter an den Bayerischen Staatstheatern in München tätig war und zum Herbst 1919 ans Staatstheater verpflichtet wurde.

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Straßenkämpfe im Theatersaal: Emil Pirchans Stufenbühne für Schillers Wilhelm Tell, 1919

  • Sascha Förster

摘要

Am 13. Dezember 1919 meldete der Theaterkritiker Willi Handel im Berliner Lokalanzeiger einen „Theaterskandal im Schauspielhaus“. Ein anderer Rezensent schrieb über die „Dummköpfe und Schandbuben“, die die Premiere von Friedrich Schillers Wilhelm Tell im Schauspielhaus des Berliner Staatstheaters am 12. Dezember gestört hätten. Die Regie für diese Neuinszenierung oblag Leopold Jessner, dem zu diesem Zeitpunkt noch recht neu ins Amt gekommenen Intendanten des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt. Für die Ausstattung war der in Berlin zu jener Zeit noch relativ unbekannte Maler, Plakatkünstler und Bühnenbildner Emil Pirchan verantwortlich, der erst seit gut einem Jahr als Ausstattungsleiter an den Bayerischen Staatstheatern in München tätig war und zum Herbst 1919 ans Staatstheater verpflichtet wurde.