In der 13. Szene des ersten Akts lassen Mike Bartlett und Thea Sharrock die von Geraldine James gespielte Premierministerin Ruth eine Rede halten, in der sie die britische Bevölkerung darauf einstimmt, dass es nur mit harter Arbeit wieder mehr Aufstiegsmöglichkeiten sowie Absicherung für die gesamte Gesellschaft geben könne. Sie betont dabei die Differenz ihrer Herkunft zu den familiären Hintergründen vorheriger Premierminister*innen und anderer Regierungsmitglieder. So musste sie hart arbeiten, um aus der unteren Mittelschicht in jener Position anzukommen, in der sie aktuell den Staat führen kann. Es ist diese Erzählung ihres Lebenswegs, der stark an Margaret Thatchers Biografie erinnert und der Ruth als Begründung diente, die Konservative Partei von Grund auf zu modernisieren. So hat sie die Relevanz des National Health Service (NHS), dem staatlichen Gesundheitssystem des Vereinigten Königreichs, und eines fairen Bildungssystem in der Programmatik der Partei verankert. Obwohl die Erzählung ihrer Biografie an die Regierungszeit Thatchers (1979–1990), die eine Welle der Privatisierung staatlicher Unternehmen und der Neoliberalisierung der Wirtschaft lostrat, erinnert, gleichen sich die politischen Visionen also nicht. Für Thatcher war der Markt der zentrale Orientierungspunkt ihrer Entscheidungen, für Ruth ist es durchaus der soziale Zusammenhalt. Wobei auch Ruth erwartet, dass man für seinen Aufstieg kämpft, weil der Staat niemanden komplett umsorgen kann. Mit ihrem Bekenntnis zu einem Staat, der das Wohlergehen seiner Bürger*innen im Blick hat, ließ ihre Politik an das Vereinigte Königreich der Nachkriegszeit erinnern.

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Zeitschicht I: Die South Bank zwischen Festival of Britain (1951) und Tourismus

  • Sascha Förster

摘要

In der 13. Szene des ersten Akts lassen Mike Bartlett und Thea Sharrock die von Geraldine James gespielte Premierministerin Ruth eine Rede halten, in der sie die britische Bevölkerung darauf einstimmt, dass es nur mit harter Arbeit wieder mehr Aufstiegsmöglichkeiten sowie Absicherung für die gesamte Gesellschaft geben könne. Sie betont dabei die Differenz ihrer Herkunft zu den familiären Hintergründen vorheriger Premierminister*innen und anderer Regierungsmitglieder. So musste sie hart arbeiten, um aus der unteren Mittelschicht in jener Position anzukommen, in der sie aktuell den Staat führen kann. Es ist diese Erzählung ihres Lebenswegs, der stark an Margaret Thatchers Biografie erinnert und der Ruth als Begründung diente, die Konservative Partei von Grund auf zu modernisieren. So hat sie die Relevanz des National Health Service (NHS), dem staatlichen Gesundheitssystem des Vereinigten Königreichs, und eines fairen Bildungssystem in der Programmatik der Partei verankert. Obwohl die Erzählung ihrer Biografie an die Regierungszeit Thatchers (1979–1990), die eine Welle der Privatisierung staatlicher Unternehmen und der Neoliberalisierung der Wirtschaft lostrat, erinnert, gleichen sich die politischen Visionen also nicht. Für Thatcher war der Markt der zentrale Orientierungspunkt ihrer Entscheidungen, für Ruth ist es durchaus der soziale Zusammenhalt. Wobei auch Ruth erwartet, dass man für seinen Aufstieg kämpft, weil der Staat niemanden komplett umsorgen kann. Mit ihrem Bekenntnis zu einem Staat, der das Wohlergehen seiner Bürger*innen im Blick hat, ließ ihre Politik an das Vereinigte Königreich der Nachkriegszeit erinnern.