Im Kulturteil der sozialdemokratischen Zeitung Vorwärts erschien in der Morgenausgabe des 5. Juni 1919 eine Rezension von Bruno Tauts programmatischer Schrift Die Stadtkrone. Unter der Überschrift „Der Städtebau der Zukunft“ ist dort unter anderem zu lesen, dass „[u]nsere Zeit […] danach [strebt] einen neuen Kunststil zu schaffen, und sie hat erkannt, daß dies nur von der Baukunst aus geschehen kann.“ Das hier artikulierte Interesse der Moderne an Fragen der Raumgestaltung trifft im Anschluss an den Artikel auf eine Pressemitteilung des Berliner Schauspielhauses am Gendarmenmarkt, die „Neues Leben am Schauspielhaus“ verkündet. Neben der Annoncierung der anstehenden Premieren und Ensemblezugänge wird bekanntgegeben, dass „[a]uch der szenische Teil der Aufführungen […] eine Umwandlung erfahren [werde]: neben der Firma Kautsky werden neue, außerhalb des Theaters stehende künstlerische Kräfte zur Gestaltung der Bühnenbilder herangezogen werden.“ Während das Atelier Kautsky für die Tradition des Schauspielhauses – das bis zur Novemberrevolution Teil der Königlichen Schauspiele war – repräsentierte, sollten externe Kräfte – diese wiederum ohne vorherige Erfahrungen aus der Theaterpraxis, dafür aber geprägt von den Freien und Angewandten Künsten der Moderne – engagiert werden, um der Szenografie am Gendarmenmarkt ästhetische Impulse für den Aufbruch in die Zukunft als republikanisches Staatstheater prägen.

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Einleitung

  • Sascha Förster

摘要

Im Kulturteil der sozialdemokratischen Zeitung Vorwärts erschien in der Morgenausgabe des 5. Juni 1919 eine Rezension von Bruno Tauts programmatischer Schrift Die Stadtkrone. Unter der Überschrift „Der Städtebau der Zukunft“ ist dort unter anderem zu lesen, dass „[u]nsere Zeit […] danach [strebt] einen neuen Kunststil zu schaffen, und sie hat erkannt, daß dies nur von der Baukunst aus geschehen kann.“ Das hier artikulierte Interesse der Moderne an Fragen der Raumgestaltung trifft im Anschluss an den Artikel auf eine Pressemitteilung des Berliner Schauspielhauses am Gendarmenmarkt, die „Neues Leben am Schauspielhaus“ verkündet. Neben der Annoncierung der anstehenden Premieren und Ensemblezugänge wird bekanntgegeben, dass „[a]uch der szenische Teil der Aufführungen […] eine Umwandlung erfahren [werde]: neben der Firma Kautsky werden neue, außerhalb des Theaters stehende künstlerische Kräfte zur Gestaltung der Bühnenbilder herangezogen werden.“ Während das Atelier Kautsky für die Tradition des Schauspielhauses – das bis zur Novemberrevolution Teil der Königlichen Schauspiele war – repräsentierte, sollten externe Kräfte – diese wiederum ohne vorherige Erfahrungen aus der Theaterpraxis, dafür aber geprägt von den Freien und Angewandten Künsten der Moderne – engagiert werden, um der Szenografie am Gendarmenmarkt ästhetische Impulse für den Aufbruch in die Zukunft als republikanisches Staatstheater prägen.