Polizeibeamte werden in ihrem Berufsalltag fortlaufend mit herausfordernden und oftmals belastenden Situationen konfrontiert, die es zu bewältigen gibt, um keine psychischen Beeinträchtigungen zu erleiden. Zugleich wird von ihnen erwartet, dass sie ausreichend Einfühlungsvermögen besitzen und sich in die Gefühle und Emotionen anderer Personen hineinversetzen können. Dementsprechend sind im Polizeiberuf Resilienz (Widerstandsfähigkeit bei belastenden Situationen) und Empathie (Einfühlungsvermögen in andere Personen) gleichermaßen gefordert. Der Frage, ob ein Balanceakt zwischen der Wahrung innerer Distanz bei belastenden Ereignissen und gleichzeitig dem Entgegenbringen von Einfühlungsvermögen möglich ist, wurde in dieser Arbeit nachgegangen. Außerdem, ob eine Überarbeitung der polizeilichen Auswahlverfahren und Beurteilungen in diesem Kontext erforderlich ist. Im Rahmen einer anonymen Befragung von Polizeibeamten wurde Empathie mithilfe einer ins Deutsche übersetzten Version des Empathy Assessment Index (EAI) und Resilienz mittels einer angepassten Version der Conner-Davidson Resilience Scale 10 (CD-RISC 10) erfasst. Insgesamt gingen 102 Datensätze von Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Aalen in die Auswertung mit ein. Rein deskriptiv fielen die Gesamtscores für Empathie und Resilienz im Schnitt relativ hoch aus, was grundsätzlich für eine hohe Ausprägung von Empathie und Resilienz bei Polizeibeamten spricht. Es zeigte sich außerdem ein mittlerer positiver Zusammenhang zwischen Empathie und Resilienz, sodass angenommen werden kann, dass Empathie und Resilienz Kompetenzen sind, die gemeinsam einhergehen können. Eine Überarbeitung der Auswahlverfahren und dienstlichen Beurteilungen hinsichtlich der expliziten Erfassung von Empathie und Resilienz scheint nicht erforderlich.

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Resilienz und Empathie als Auswahlkriterien zukünftiger Führungskräfte in der Polizei

  • Lisa Braun,
  • Janina Schöneck,
  • Joachim Albrecht

摘要

Polizeibeamte werden in ihrem Berufsalltag fortlaufend mit herausfordernden und oftmals belastenden Situationen konfrontiert, die es zu bewältigen gibt, um keine psychischen Beeinträchtigungen zu erleiden. Zugleich wird von ihnen erwartet, dass sie ausreichend Einfühlungsvermögen besitzen und sich in die Gefühle und Emotionen anderer Personen hineinversetzen können. Dementsprechend sind im Polizeiberuf Resilienz (Widerstandsfähigkeit bei belastenden Situationen) und Empathie (Einfühlungsvermögen in andere Personen) gleichermaßen gefordert. Der Frage, ob ein Balanceakt zwischen der Wahrung innerer Distanz bei belastenden Ereignissen und gleichzeitig dem Entgegenbringen von Einfühlungsvermögen möglich ist, wurde in dieser Arbeit nachgegangen. Außerdem, ob eine Überarbeitung der polizeilichen Auswahlverfahren und Beurteilungen in diesem Kontext erforderlich ist. Im Rahmen einer anonymen Befragung von Polizeibeamten wurde Empathie mithilfe einer ins Deutsche übersetzten Version des Empathy Assessment Index (EAI) und Resilienz mittels einer angepassten Version der Conner-Davidson Resilience Scale 10 (CD-RISC 10) erfasst. Insgesamt gingen 102 Datensätze von Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Aalen in die Auswertung mit ein. Rein deskriptiv fielen die Gesamtscores für Empathie und Resilienz im Schnitt relativ hoch aus, was grundsätzlich für eine hohe Ausprägung von Empathie und Resilienz bei Polizeibeamten spricht. Es zeigte sich außerdem ein mittlerer positiver Zusammenhang zwischen Empathie und Resilienz, sodass angenommen werden kann, dass Empathie und Resilienz Kompetenzen sind, die gemeinsam einhergehen können. Eine Überarbeitung der Auswahlverfahren und dienstlichen Beurteilungen hinsichtlich der expliziten Erfassung von Empathie und Resilienz scheint nicht erforderlich.