Durch die Untersuchung der DNA-Sequenz des Menschen und seiner nächsten Verwandten lassen sich Rückschlüsse über die Menschwerdung ziehen. Die vergleichende Untersuchung der Genome verschiedener Primaten mit denen des Menschen zeigt, dass der Schimpanse unser nächster Verwandter ist; die Entwicklungslinien haben sich vor etwa 7–5 Mio. Jahren getrennt. Im Verhältnis zwischen modernen Menschen und dem Neanderthaler zeigt sich, dass dieser vor knapp 30.000 Jahren zwar verschwand, aber einzelne Bereiche seines Genoms, unterstützt durch positive Selektion, sich bei modernen Menschen wiederfinden. Die Forschung konzentriert sich jetzt darauf, die humanspezifischen Aspekte bei der Gehirn- und Sprachentwicklung herauszuarbeiten. Die molekulare Verhaltensgenetik, verbunden mit molekulargenetischen Aspekten aus Psychologie und Psychiatrie, liefert uns Hinweise darauf, welche genetischen Bedingungen unserem Verhalten zugrunde liegen.

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Genetik und Anthropologie

  • Ann Ehrenhofer-Murray

摘要

Durch die Untersuchung der DNA-Sequenz des Menschen und seiner nächsten Verwandten lassen sich Rückschlüsse über die Menschwerdung ziehen. Die vergleichende Untersuchung der Genome verschiedener Primaten mit denen des Menschen zeigt, dass der Schimpanse unser nächster Verwandter ist; die Entwicklungslinien haben sich vor etwa 7–5 Mio. Jahren getrennt. Im Verhältnis zwischen modernen Menschen und dem Neanderthaler zeigt sich, dass dieser vor knapp 30.000 Jahren zwar verschwand, aber einzelne Bereiche seines Genoms, unterstützt durch positive Selektion, sich bei modernen Menschen wiederfinden. Die Forschung konzentriert sich jetzt darauf, die humanspezifischen Aspekte bei der Gehirn- und Sprachentwicklung herauszuarbeiten. Die molekulare Verhaltensgenetik, verbunden mit molekulargenetischen Aspekten aus Psychologie und Psychiatrie, liefert uns Hinweise darauf, welche genetischen Bedingungen unserem Verhalten zugrunde liegen.