Störungen durch psychotrope Substanzen, häufiger auch als Sucht- oder Abhängigkeitsstörungen bezeichnet, stellen nicht nur aufgrund ihrer Gesundheitskosten, sondern auch aufgrund der massiv eingeschränkten Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen eine gesellschaftliche Herausforderung dar. Im vorliegenden Kapitel wird vor allem auf Tabakkonsum (Rauchen) und Alkoholkonsum Bezug genommen. Körperliche Aktivität im Allgemeinen scheint zusätzlich zu sonstigen Therapieoptionen das Potenzial zu haben, durch bewegungsinduzierte akute Stimmungsverbesserung und akute Reduktion des Substanzverlangens regulierend auf den Substanzkonsum einzuwirken. Allerdings sind bergsportspezifische Bewegungsformen, aber auch allgemein Outdoorbewegungsformen im Vergleich zu Indoorbewegungsformen, bisher kaum wissenschaftlich untersucht. Im vorliegenden Kapitel wird auf Studien verwiesen, die überwiegend Indoorsituationen und nur teilweise Outdoorsituationen untersuchten. Die Datenlage lässt die vorsichtig formulierte Hypothese zu, dass bei Sucht ein noch stärker wirkender Vorteil durch Bewegung im Freien bestehen könnte. Insgesamt besteht in der Forschung mehr Evidenz für unmittelbare Effekte einzelner Bewegungseinheiten, vor allem auf die Befindlichkeit; längerfristige Interventionen mit nachhaltigen Effekten sind in Metaanalysen teilweise leider nicht (mehr) nachweisbar. Möglicherweise liegt dies an den hohen Ausfall- und Rückfallquoten in kontrollierten Studien. Grundsätzlich erscheinen Behandlungsstrategien unter Einbezug von Sport und Bewegung erfolgreich, wenn diese die persönlichen Vorlieben, die früheren Bewegungserfahrungen und die aktuellen Bedürfnisse der Patient:innen berücksichtigen und gleichzeitig mögliche Barrieren und Hindernisse in Bezug auf die körperliche Aktivität reduzieren. Kontrollierte Studien zum Potenzial in der Behandlung von Störungen durch psychotrope Substanzen spezifisch für bergsportliche Aktivitäten wären wünschenswert. Grundsätzlich erscheinen Behandlungsstrategien unter Einbezug von Sport und Bewegung erfolgreich, wenn diese die persönlichen Vorlieben, die früheren Bewegungserfahrungen und die aktuellen Bedürfnisse der Patient:innen berücksichtigen und gleichzeitig mögliche Barrieren und Hindernisse in Bezug auf die körperliche Aktivität reduzieren. Kontrollierte Studien zum Potenzial in der Behandlung von Störungen durch psychotrope Substanzen, spezifisch für bergsportliche Aktivitäten, wären wünschenswert.

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Bergsport und psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen

  • Prisca Kopp-Wilfling,
  • Stefanie Schöttl,
  • Martin Niedermeier,
  • Martin Kopp

摘要

Störungen durch psychotrope Substanzen, häufiger auch als Sucht- oder Abhängigkeitsstörungen bezeichnet, stellen nicht nur aufgrund ihrer Gesundheitskosten, sondern auch aufgrund der massiv eingeschränkten Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen eine gesellschaftliche Herausforderung dar. Im vorliegenden Kapitel wird vor allem auf Tabakkonsum (Rauchen) und Alkoholkonsum Bezug genommen. Körperliche Aktivität im Allgemeinen scheint zusätzlich zu sonstigen Therapieoptionen das Potenzial zu haben, durch bewegungsinduzierte akute Stimmungsverbesserung und akute Reduktion des Substanzverlangens regulierend auf den Substanzkonsum einzuwirken. Allerdings sind bergsportspezifische Bewegungsformen, aber auch allgemein Outdoorbewegungsformen im Vergleich zu Indoorbewegungsformen, bisher kaum wissenschaftlich untersucht. Im vorliegenden Kapitel wird auf Studien verwiesen, die überwiegend Indoorsituationen und nur teilweise Outdoorsituationen untersuchten. Die Datenlage lässt die vorsichtig formulierte Hypothese zu, dass bei Sucht ein noch stärker wirkender Vorteil durch Bewegung im Freien bestehen könnte. Insgesamt besteht in der Forschung mehr Evidenz für unmittelbare Effekte einzelner Bewegungseinheiten, vor allem auf die Befindlichkeit; längerfristige Interventionen mit nachhaltigen Effekten sind in Metaanalysen teilweise leider nicht (mehr) nachweisbar. Möglicherweise liegt dies an den hohen Ausfall- und Rückfallquoten in kontrollierten Studien. Grundsätzlich erscheinen Behandlungsstrategien unter Einbezug von Sport und Bewegung erfolgreich, wenn diese die persönlichen Vorlieben, die früheren Bewegungserfahrungen und die aktuellen Bedürfnisse der Patient:innen berücksichtigen und gleichzeitig mögliche Barrieren und Hindernisse in Bezug auf die körperliche Aktivität reduzieren. Kontrollierte Studien zum Potenzial in der Behandlung von Störungen durch psychotrope Substanzen spezifisch für bergsportliche Aktivitäten wären wünschenswert. Grundsätzlich erscheinen Behandlungsstrategien unter Einbezug von Sport und Bewegung erfolgreich, wenn diese die persönlichen Vorlieben, die früheren Bewegungserfahrungen und die aktuellen Bedürfnisse der Patient:innen berücksichtigen und gleichzeitig mögliche Barrieren und Hindernisse in Bezug auf die körperliche Aktivität reduzieren. Kontrollierte Studien zum Potenzial in der Behandlung von Störungen durch psychotrope Substanzen, spezifisch für bergsportliche Aktivitäten, wären wünschenswert.