Die volkssprachliche Dichtung im Kontext der religiösen Reform: Dichterisch-philosophische Auseinandersetzungen zwischen Ficino, Savonarola und Vittoria Colonna
摘要
Was man unter italienischem Evangelismus zu verstehen pflegt, stellt bekanntlich ein vielschichtiges Phänomen dar, welches um den Grundsatz der sola fide zentriert ist. Wie die volkssprachliche Dichtung des Cinquecento einen solchen Grundsatz mittels binnenliterarischer Prozesse der Repetition, der Permutation sowie der Novation zugewiesen bekommt, stellt den Kernpunkt des vorliegenden Beitrags dar. Laut dessen Arbeitshypothese spielt die spätquattrocenteske humanistische Theologie, wie sie nicht nur von Ficino, sondern auch von Savonarola vertreten wird, bei der Umdeutung des petrarkistischen in einen evangelischen Kode eine zentrale Rolle, wie es das Beispiel von Vittoria Colonnas’ Rime zu zeigen vermag.