Bei katholischen Autoren wie Hugo Ball, Theodor Haecker und Carl Schmitt wird die polemische Rhetorik sowohl in interkonfessionellen Debatten als auch in der ästhetischen Theoriebildung, in der Kulturkritik und schlussendlich auch innerhalb des theologischen und politischen Diskurses genutzt, um über eine verbale Verschärfung Distinktion gegenüber einschneidenden Ereignissen und abzulehnenden Zeittendenzen zu ermöglichen. Zugleich gestatten die Verbalinjurie und die essayistischen bzw. sogenannten kleinen Formen eine deutlichere Akzentuierung und Pointillisierung des Anliegens als es eine auf komplexe Argumentationsstrukturen rekurrierende Systemphilosophie vermag. Ergo: An die Stelle der oft inhaltlich orientierten Argumente und an der Empirie verifizierbaren Lösungsangebote tritt die Performanz der Setzung und integriert damit zugleich neue Form- und Stilkriterien in die Interdependenzen literarischer und religiöser Diskursivitäten. Damit ergibt sich eine deutliche Nähe zu den Expressionen und literarischen Extremstellen der ästhetischen Moderne. Dieser Analogie soll durch eine vergleichende Lektüre entscheidender Arbeiten der drei genannten Autoren genauer nachgegangen werden.

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Zwischen Ressentiment, Agitation und Kulturkampf. Die Rhetoriken katholischer Essayistik in der Weimarer Republik: Hugo Ball, Theodor Haecker, Carl Schmitt

  • Torsten Voß

摘要

Bei katholischen Autoren wie Hugo Ball, Theodor Haecker und Carl Schmitt wird die polemische Rhetorik sowohl in interkonfessionellen Debatten als auch in der ästhetischen Theoriebildung, in der Kulturkritik und schlussendlich auch innerhalb des theologischen und politischen Diskurses genutzt, um über eine verbale Verschärfung Distinktion gegenüber einschneidenden Ereignissen und abzulehnenden Zeittendenzen zu ermöglichen. Zugleich gestatten die Verbalinjurie und die essayistischen bzw. sogenannten kleinen Formen eine deutlichere Akzentuierung und Pointillisierung des Anliegens als es eine auf komplexe Argumentationsstrukturen rekurrierende Systemphilosophie vermag. Ergo: An die Stelle der oft inhaltlich orientierten Argumente und an der Empirie verifizierbaren Lösungsangebote tritt die Performanz der Setzung und integriert damit zugleich neue Form- und Stilkriterien in die Interdependenzen literarischer und religiöser Diskursivitäten. Damit ergibt sich eine deutliche Nähe zu den Expressionen und literarischen Extremstellen der ästhetischen Moderne. Dieser Analogie soll durch eine vergleichende Lektüre entscheidender Arbeiten der drei genannten Autoren genauer nachgegangen werden.