In diesem Kapitel geht es um die Methode GAS (Goal Attainment Scaling). Die Methode wurde erstmalig 1968 von Kiresuk und Sherman vorgestellt und seither nur wenig verändert (Kiresuk & Sherman, 1968). Mit der Methode GAS entwickelt man in der Psychotherapie ein individuell auf die Patientin zugeschnittenes Messinstrument, mit dem man im Verlauf der Psychotherapie den Erfolg der Zielerreichung messen kann. Auch Abschluss- und Katamnesemessungen sind möglich. Das Instrument ermöglicht also zum einen eine gute Unterstützung in der Zieldefinition, außerdem erlaubt es der Psychotherapeutin eine Quantifizierung des Therapieerfolgs bzw. der Zielerreichung und schließlich bietet es eine individuelle Messung des Behandlungserfolgs. Eine Studie von Shefler et al. (2001) bestätigt die psychometrischen Eigenschaften des GAS: Es fanden sich hohe Validitäts- und Reliabilitätswerte, wobei entscheidend war, dass die Operationalisierung der Veränderungsstufen möglichst stark auf beobachtbarem Verhalten fußt (s. unten). Das GAS hat sich damit mittlerweile fest etabliert als ein Teil vieler Standard-Messbatterien beim Therapiestart und bei der Verlaufsmessung. Im Unterschied zu standardisierten Messinstrumenten erlaubt das GAS, inhaltlich komplett individuell auf den Problembereich des Patienten zugeschnitten zu werden und trägt damit zu einer individualisierten und dennoch gleichzeitig gut evaluierbaren Ergebnismessung einer Psychotherapie bei. Ganz konkret: Nach der Erarbeitung des GAS liegt eine für den jeweiligen Patienten definierte Messskala von (meist) Werten zwischen − 2 und + 4 vor, mit Hilfe derer im Verlauf der Psychotherapie dann mit minimalem Zeitaufwand die bisherige Zielerreichung gemessen werden kann.

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Einführung in das Goal Attainment Scaling

  • Sonja Wahl

摘要

In diesem Kapitel geht es um die Methode GAS (Goal Attainment Scaling). Die Methode wurde erstmalig 1968 von Kiresuk und Sherman vorgestellt und seither nur wenig verändert (Kiresuk & Sherman, 1968). Mit der Methode GAS entwickelt man in der Psychotherapie ein individuell auf die Patientin zugeschnittenes Messinstrument, mit dem man im Verlauf der Psychotherapie den Erfolg der Zielerreichung messen kann. Auch Abschluss- und Katamnesemessungen sind möglich. Das Instrument ermöglicht also zum einen eine gute Unterstützung in der Zieldefinition, außerdem erlaubt es der Psychotherapeutin eine Quantifizierung des Therapieerfolgs bzw. der Zielerreichung und schließlich bietet es eine individuelle Messung des Behandlungserfolgs. Eine Studie von Shefler et al. (2001) bestätigt die psychometrischen Eigenschaften des GAS: Es fanden sich hohe Validitäts- und Reliabilitätswerte, wobei entscheidend war, dass die Operationalisierung der Veränderungsstufen möglichst stark auf beobachtbarem Verhalten fußt (s. unten). Das GAS hat sich damit mittlerweile fest etabliert als ein Teil vieler Standard-Messbatterien beim Therapiestart und bei der Verlaufsmessung. Im Unterschied zu standardisierten Messinstrumenten erlaubt das GAS, inhaltlich komplett individuell auf den Problembereich des Patienten zugeschnitten zu werden und trägt damit zu einer individualisierten und dennoch gleichzeitig gut evaluierbaren Ergebnismessung einer Psychotherapie bei. Ganz konkret: Nach der Erarbeitung des GAS liegt eine für den jeweiligen Patienten definierte Messskala von (meist) Werten zwischen − 2 und + 4 vor, mit Hilfe derer im Verlauf der Psychotherapie dann mit minimalem Zeitaufwand die bisherige Zielerreichung gemessen werden kann.