Therapieziele in Dritte-Welle-Psychotherapien
摘要
Die Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie hin zur Integration neuer, innovativer und meist zunehmend evidenzbasierter Verfahren wird als dritte Welle der Verhaltenstherapie bezeichnet. Dies bezeichnet Verfahren, die neue, nicht genuin verhaltenstherapeutische Aspekte in die Verhaltenstherapie integrieren, wie z. B. Akzeptanz, Achtsamkeit oder Arbeit an ungünstigen Beziehungsmustern (s. Heidenreich & Michalak, 2013). Unter die Dritte-Welle-Verfahren fallen CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy), ACT (Acceptance and Commitment Therapy), Schematherapie, die CFT (Compassion Focussed Psychotherapy), DBT (Dialektisch Behaviorale Therapie), die IPT (Interpersonelle Therapie), die MBCT (Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie) und andere achtsamkeitsbasierte Ansätze, die metakognitive Therapie und EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing). In der Auseinandersetzung mit diesen neuen Verfahren ergibt sich der Eindruck, dass die Zielorientierung bzw. die Festlegung eines therapeutischen Ziels zu Beginn einer Behandlung als eines der verhaltenstherapeutischen Grundprinzipien zunehmend in den Hintergrund gerät. Aus den bisher genannten Argumenten, die für eine konsequente Beachtung einer zielorientierten Arbeitsweise sprechen, wäre das eine bedenkliche Entwicklung, die bisher zu wenig diskutiert wird. Im Folgenden sollen einige Dritte-Welle-Ansätze jeweils hinsichtlich ihrer Zielorientierung beleuchtet werden und dann Schlussfolgerungen gezogen werden, was für die Weiterentwicklung der Psychotherapie in Hinblick auf Therapieziele wichtig sein könnte.