»Original zu der Autographen-Sammlung Darmstaedter b. d. Kgl. Biblioth. genommen«. Vom Wert intakter Aktenkörper und dem Makel der Abschrift
摘要
Akten als Quellengrundlage historistischer Geschichtsschreibung gewannen im 19. Jahrhundert zunehmend an Bedeutung. Die Historiker begaben sich in die Archive und begründeten mit ihrem Aktenstudium jene historische Methode, welche die Geschichtswissenschaften bis heute prägt. Geschichte schreiben bedeutete Akten zu studieren und den schriftlichen Niederschlag von Entscheidungsprozessen und administrativem Handeln der Vergangenheit zu konsultieren. Und doch gab es im Namen der Historiographie auch eigenwillige Zugriffe auf dieses Material, welche Archivalien vereinzelten, die genetischen Aktenzusammenhänge zerstörten und Lücken in der Überlieferung erzeugten. Wieso gerade die Akten des Geheimen Staatsarchivs in Berlin Opfer solcher ›Aktenzerstörung‹ wurden und ob eine Sammlung isolierter Aktendokumente zu einem historiographischen Arbeitsmittel avancieren kann, ist Gegenstand dieses Beitrags.