Johann Peter Hebel. Verwaltungsarbeit und Kalendergeschichten
摘要
Der Beitrag untersucht, inwiefern Johann Peter Hebel seine Dichtung Verwaltungsgeschäften annäherte, insbesondere im Kontext der zunehmenden schriftlichen Erfassung des Menschen um 1800. Hebels Kalendergeschichten sind keine problemlosen Idyllen einer volkstümelnden Heimatliteratur, wie dies lange Zeit für sein Erzählen galt, sondern poetische Durchdringungen komplexer juristischer Konfliktszenarien im Medium des Kalenders. In kurzen Erzählungen, Anekdoten und Exempeln werden Meinungsverschiedenheiten bürokratisch eingehegt, und oft werden dabei Kulturtechniken und Medien der Bürokratie thematisiert, die Differenzierungsleistungen erbringen oder Störungen evozieren. Die Kalendergeschichten zielen – im Sinne des Theologen und Pädagogen Hebel – auf eine praktische Lebenswirklichkeit im Umgang mit dem Recht ab.