Die Zeit der Akten und die Zeitlosigkeit des Digitalen
摘要
Was macht Papiere zu Akten? Warum entstehen Akten? Wie funktionieren sie im Alltag der öffentlichen Verwaltung? Und was hat sich mit der Digitalisierung verändert? Papierne Akten sagen viel darüber aus, was in einer Verwaltung getan wurde, wer welche Entscheidungen warum getroffen hatte und was daraus folgte. Deshalb eignen sie sich auch als authentische Quellen für die Rekonstruktion von historischen Ereignissen. Doch woher haben sie diese Eigenschaften? Diese Frage wird anhand der drei typischen Formen der monokratischen, der kollegialen und der vorgangsförmigen Verwaltung untersucht. Das Vorgangsmodell mit seiner Steuerung des Einsatzes verteilter Fachkompetenz erwies sich als besonders effizient. Es konnte seit Ende des 19. Jahrhunderts die vorgefundene Komplexität von zu lösenden Problemen mit Hilfe von schriftlichen Verfügungen in einen Prozess und damit in Zeit umwandeln. Die elektronische, immaterielle Form hat jedoch keine eigene Zeit und kann keine Prozesse entstehen lassen. Versuche, stattdessen mit digitalen Akten durch Reduktion eigener Komplexität die zunehmend komplexere Umwelt beherrschbar zu machen, bewirken nur eine enorme Ausweitung des Personaleinsatzes. Der Aufsatz zeigt, warum und wie die weitere Erhöhung interner Komplexität die bessere Antwort ist und zudem die Leistungsfähigkeit fördert.