Das ist es! – Das ist es nicht! Eine Überlegung zum Künstler:innen-Begehren nach Jacques Lacan und Roland Barthes
摘要
Jacques Lacan zufolge ist das Begehren nur auf der Ebene des Anspruchs zu fassen, und zwar dort, wo es sein Ziel verfehlt. Unter den wechselnden Ansprüchen stößt das Subjekt auf die immer gleiche Feststellung: Das ist es nicht! Roland Barthes wiederum spricht von Momenten der Erhellung, in denen das Subjekt auf ein bestimmtes Detail mit einem affektiven Das ist es! reagiert. Beide Ausrufe, Das ist es! und Das ist es nicht! beziehen sich auf ein verlorenes oder nie da gewesenes Objekt, das entweder stets verfehlt oder erst in seiner Fremdheit (wieder)erkannt wird. Welche Positionierungen zum Begehren, insbesondere zum Künstler:innen Begehren, lassen sich in der Gegenüberstellung beider Autoren ablesen? In diesem Beitrag wird die These formuliert, dass sowohl der Einfall als Wiederkennen des Unbekannten als auch das stete Verfehlen des verlorenen Objekts die produktive Unruhe des Schaffens antreiben.