Rentierstaatlichkeit und Rohstoffförderung: Anpassungsstrategien in Zeiten der Energiewende
摘要
Die Staaten der Arabischen Halbinsel zählen zu den größten Öl- und Gasexporteuren der Welt – und zugleich zu den verletzlichsten Ländern im Angesicht der Klimakrise. Der Beitrag beleuchtet, wie Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und die VAE auf den Druck sinkender Öleinnahmen und steigender ökologischer Risiken reagieren. Zwischen Steuerreformen, Subventionsabbau und Schuldenaufnahme zeigen sich unterschiedliche Wege der Anpassung – mit teils widersprüchlichen Resultaten. Trotz ehrgeiziger Pläne bleibt die Abhängigkeit vom fossilen Exportmodell hoch, während echte Diversifizierung kaum greift. Die Mehrheit der Staatsbürgerinnen und Staatsbürger ist weiter im gut alimentierten öffentlichen Sektor beschäftigt, während ausländische Arbeitskräfte unter prekären Bedingungen arbeiten. Investitionen erfolgen fast ausschließlich durch staatlich kontrollierte Akteure, oft unter der Ägide mächtiger Herrscherfamilien. Dieser Beitrag zeigt: Die Energiewende trifft die Golfstaaten ins Mark – doch der Wandel vollzieht sich zögerlich, selektiv und politisch aufgeladen. Die Kluft zwischen struktureller Reform und autoritärer Machtstabilisierung könnte in Zukunft noch größer werden.