Geopolitische Konflikte III: Afrika
摘要
Im März 2019 verkündete der britische „Economist“ den Beginn eines „neuen Wettlaufs um Afrika“. Waren es im 19. Jahrhundert die europäischen Großmächte und im Kalten Krieg die beiden Supermächte USA und Sowjetunion, die den afrikanischen Kontinent in Kolonien beziehungsweise Einflusssphären aufzuteilen suchten, beeilten sich heute, so das Blatt, „Regierungen und Unternehmen aus aller Welt, ihre diplomatischen, strategischen und kommerziellen Beziehungen [mit afrikanischen Staaten] zu stärken.“ Dabei sei das derzeitige „Ausmaß externen Engagements beispiellos“. Auch die Staaten der Arabischen Halbinsel – allen voran Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) – können zu den Akteuren gezählt werden, die zuletzt verstärkt versuchten, ihre Interessen in Afrika geltend zu machen. Wenngleich sich deren Afrikapolitiken hinsichtlich ihres Umfangs und ihrer Intensität zuletzt grundlegend gewandelt haben, sind sie keineswegs neue Akteure auf dem afrikanischen Kontinent. Dieser Beitrag zeigt, wie in unmittelbarer geographischer Nachbarschaft gelegen, die Staaten und Gesellschaften auf beiden Seiten des Roten Meers vielmehr eine lange gemeinsame Geschichte teilen, die reich an kultureller und wirtschaftlicher, aber auch politischer und militärischer Interaktion ist.