In diesem Kapitel geht es um das soziale Gefüge auf der Arabischen Halbinsel, um das, was die Gesellschaften zusammenbringt, verbindet und bewegt, um Selbstwirksamkeit, Kreativität und Gestaltung, um Solidarität, Fürsorge und soziale Reform von unten – kurzum: Es geht um Empowerment. Der aus dem Englischen entlehnte Begriff steht auf der individuellen Ebene für Ermächtigung, Selbstbefähigung und die Stärkung von Eigenmacht und Selbstbestimmung. Im gesellschaftlichen Kontext geht es um Autonomie und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Auch wenn Empowerment auf der gesellschaftlichen Ebene – im Sinne von Mobilisierung, Partizipation und Öffentlichkeit – bis zu einem gewissen Grad mit der Idee von Zivilgesellschaft einhergeht, so nimmt das hier besprochene Engagement oft Formen an, die nicht unbedingt liberalen Werten und Normen und damit der dominanten „westlichen“ Idee von Zivilgesellschaft entsprechen. Bürgerschaftliches Engagement in Saudi-Arabien setzt sich zum Beispiel nicht unbedingt für mehr Demokratie oder für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ein, weshalb es lange Zeit von der Forschung entweder übersehen oder lediglich als schwache Ausprägungen von Zivilgesellschaft eingestuft wurde. Dementgegen macht neuere Forschung, die sich für eine Reformulierung der Zivilgesellschaftstheorie einsetzt, vielfältige Ausprägungen von Zivilgesellschaft in den arabischen Golfmonarchien sichtbar, etwa in dem Bereich der Fürsorge für Arme und gesellschaftliche Randgruppen, in Sport und Kultur und in Form von vielfältigen Jugendgruppen und Jugendinitiativen.

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Empowerment

  • Nora Derbal

摘要

In diesem Kapitel geht es um das soziale Gefüge auf der Arabischen Halbinsel, um das, was die Gesellschaften zusammenbringt, verbindet und bewegt, um Selbstwirksamkeit, Kreativität und Gestaltung, um Solidarität, Fürsorge und soziale Reform von unten – kurzum: Es geht um Empowerment. Der aus dem Englischen entlehnte Begriff steht auf der individuellen Ebene für Ermächtigung, Selbstbefähigung und die Stärkung von Eigenmacht und Selbstbestimmung. Im gesellschaftlichen Kontext geht es um Autonomie und Mitgestaltungsmöglichkeiten. Auch wenn Empowerment auf der gesellschaftlichen Ebene – im Sinne von Mobilisierung, Partizipation und Öffentlichkeit – bis zu einem gewissen Grad mit der Idee von Zivilgesellschaft einhergeht, so nimmt das hier besprochene Engagement oft Formen an, die nicht unbedingt liberalen Werten und Normen und damit der dominanten „westlichen“ Idee von Zivilgesellschaft entsprechen. Bürgerschaftliches Engagement in Saudi-Arabien setzt sich zum Beispiel nicht unbedingt für mehr Demokratie oder für Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern ein, weshalb es lange Zeit von der Forschung entweder übersehen oder lediglich als schwache Ausprägungen von Zivilgesellschaft eingestuft wurde. Dementgegen macht neuere Forschung, die sich für eine Reformulierung der Zivilgesellschaftstheorie einsetzt, vielfältige Ausprägungen von Zivilgesellschaft in den arabischen Golfmonarchien sichtbar, etwa in dem Bereich der Fürsorge für Arme und gesellschaftliche Randgruppen, in Sport und Kultur und in Form von vielfältigen Jugendgruppen und Jugendinitiativen.