Rhetorische Strategien der philosophischen Normvermittlung. Zur Neuinterpretation der ‚Sodomie‘ bei Thomasius, Gundling und Walch
摘要
Wie Normen im Bereich der Sexualität, insbesondere des gleichgeschlechtlichen Sexualverhaltens, in der Frühaufklärung philosophisch neu durchdacht werden, lässt sich bei Christian Thomasius und den Thomasianern eindrucksvoll beobachten: Der Artikel ‚Sodomiterey‘ aus Johann Georg Walchs Philosophischem Lexikon (1726) und Nikolaus Hieronymus Gundlings Verteidigung von Giovanni Della Casas Capitolo sopra il forno (1538) in den Neuen Unterredungen (1702) und den Observationes selectae (1707) sind durch eine rhetorische Strategie geprägt, die das Publikum für eine geistige Erneuerungsbewegung gewinnen soll. Die gelehrten Anspielungen begründen die historisch-politische Notwendigkeit dieser Strategie und werben für die thomasische Konzeption des philosophischen Lebens.