Grundlagen und Bedingungen des Wassertourismus
摘要
Wassertourismus ist ein sehr junges Phänomen, das sich erst seit Anfang der 1990er-Jahre in Deutschland etabliert hat. Entsprechend neu sind auch die verschiedenen Bezeichnungen hierfür, insbesondere der Begriff Wassertourismus. Gemeint ist hiermit die erstmals in den 1990ern aufgekommene touristische Ausübung des Bootfahrens, da dieses in früheren Zeiten in Deutschland weitgehendste unbekannt war und zumindest in den politischen Betrachtungen nicht existierte. So mussten für dieses neue Phänomen und Segment des Tourismus ab Mitte der 1990er-Jahre eine Definition und ein Begriff gefunden werden. Anlass waren die Situation, dass vor allem die Kommunen in den neuen Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erkannten, dass ihr Gewässerreichtum gerne von Bootsfahrern touristisch befahren wird. Politik und Verwaltung erkannten dieses (alte und) neue Tourismussegment als bedeutendes Entwicklungsziel und förderten diesen neuen Tourismus breit angelegt. Die Entwicklung von Marinas und Wasserwander-Rastplätzen etc. an den Gewässern erlebte einen bis dato in Deutschland unbekannten Aufschwung. In dieser Pionierphase wurde dieses neue Phänomen mit verschiedenen Bezeichnungen umschrieben: Bootstourismus, Wassersporttourismus, Wassertourismus oder auch maritimer und nautischer Tourismus. Alle unterschiedlichen Begriffe implizieren unterschiedliche Inhalte und Ziele und wurden vorwiegend nach dem Ermessen des Verwenders benutzt. Sogar rechtlich unhaltbare Begriffe und Wortkombinationen wurden zusammengestellt, obwohl die restlichen Grundlagen diese Kombinationen ausschließen. So sind einige Bezeichnungen, die auch heute noch hörbar sind, entweder falsch oder irritierend. Es soll daher an dieser Stelle erstmals die Nomenklatur dieses touristischen Phänomens analysiert werden und ein eindeutiges Votum für den Begriff Wassertourismus aufgestellt werden (s. Abb. 2.1).