Chirurgische Eingriffe bei Patienten mit Leberzirrhose
摘要
Chirurgische Eingriffe stellen bei Patienten mit Leberzirrhose ein erhebliches Risiko dar, da die peri- und postoperative Morbidität und Mortalität im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung erhöht ist. Insbesondere abdominelle und herzchirurgische Eingriffe gehen mit einer hohen Komplikationsrate einher, die auf Blutungskomplikationen, Infektionen und das akut-auf-chronische Leberversagen (ACLF) zurückzuführen ist. Vor allem Notfalleingriffe sind mit schlechter Prognose assoziiert. Eine präoperative Risikoeinschätzung erfolgt bislang noch anhand etablierter Scores (z. B. Child-Turcotte-Pugh und MELD: Model for End-Stage Liver Disease), wobei neuere Systeme und Diagnostikmöglichkeiten wie der VOCAL-Penn-Score (VOCAL: Veterans Outcomes and Costs Associated with Liver Disease), nicht invasive Tests und der Lebervenenverschlussdruck zusätzliche Faktoren darstellen, die dabei helfen, das perioperative Risiko präziser abzuschätzen. Präoperative Maßnahmen zur Optimierung der Leberfunktion und zur Senkung des Pfortaderdrucks (z. B. TIPS-Anlage, transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt) können das perioperative Mortalitätsrisiko und das Auftreten von Komplikationen senken. Minimalinvasive und interdisziplinäre (Hepatologie, Chirurgie, Ernährungsmedizin, Anästhesie) Ansätze sind entscheidend für die Prognose, besonders bei mittlerem Operationsrisiko, wo eine individuelle Abwägung erfolgt.