„[N]un kriegen Sie wieder was gewalzt“. Der Walzertanz als poetologische Figur im Briefwechsel zwischen Rahel Levin Varnhagen und David Veit (1793–1796)
摘要
Der vorliegende Beitrag verhandelt die Bedeutung des Walzertanzes im Briefwechsel zwischen Rahel Levin Varnhagen und David Veit. Ziel ist es, zu zeigen, dass der Walzer als Bild und Anschauungsobjekt für die Konzentration auf eine wechselseitige dialogische Spannung im brieflichen Austausch mit einem gleichberechtigten Gegenüber gelesen werden kann. Die Reflexion über das Medium ‚Tanz‘ im Medium ‚Brief‘ eröffnet Levin – dies wird vor allem durch ihren intertextuellen Bezug zur Figur Werther deutlich – die Möglichkeit, die körperlichen bzw. materiellen und ästhetischen Prinzipien sowohl des Tanzes als auch des Briefwechsels auszustellen und zu hinterfragen. Die in der Korrespondenz entwickelten Gedanken zum Walzen können als Anfänge eines poetologischen Selbstverständnisses Levin Varnhagens gelesen werden, das sie mit der Chiffre des Walzertanzes zum Ausdruck zu bringen sucht.