Der Beitrag eruiert exemplarisch an Rahel Levin Varnhagens Briefwechsel mit ihrem späteren Ehemann Karl August Varnhagen, inwiefern sich Levin Varnhagens Briefe als auto/biographische Texte lesen lassen und reflektiert, welche neuen Erkenntnisse über Levin Varnhagens Schreiben durch eine solche Lektüre möglich werden, sowie, was eine solche Lektüre allgemein für die Ziele und Ausgangspunkte auto/biographischer Lektüren bedeutet. Er betrachtet Rahel Levin Varnhagens Briefe, anknüpfend an Erkenntnisse der soziologischen Praxeologie sowie der angloamerikanischen life writing-Forschung, im Horizont einer bislang wenig beachteten, stark in einer Alltagsgegenwart und privaten Beziehungen verankerten Linie auto/biographischen Schreibens. Dabei argumentiert er ihre autobiographische Qualität nicht über ihre formalen Eigenschaften, sondern über die auto/biographischen Praxis, aus der sie hervorgehen. Diese Praxis ist eine gemeinsame mit zwei beteiligten Schreibenden, wodurch sich autobiographisches und biographisches Schreiben, Schreiben und Lesen und eigenes und fremdes Leben als eng verschränkt erweisen.

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Der Briefwechsel von Rahel Levin Varnhagen und Karl August Varnhagen als gemeinsame auto/biographische Schreibpraxis

  • Jennifer Clare

摘要

Der Beitrag eruiert exemplarisch an Rahel Levin Varnhagens Briefwechsel mit ihrem späteren Ehemann Karl August Varnhagen, inwiefern sich Levin Varnhagens Briefe als auto/biographische Texte lesen lassen und reflektiert, welche neuen Erkenntnisse über Levin Varnhagens Schreiben durch eine solche Lektüre möglich werden, sowie, was eine solche Lektüre allgemein für die Ziele und Ausgangspunkte auto/biographischer Lektüren bedeutet. Er betrachtet Rahel Levin Varnhagens Briefe, anknüpfend an Erkenntnisse der soziologischen Praxeologie sowie der angloamerikanischen life writing-Forschung, im Horizont einer bislang wenig beachteten, stark in einer Alltagsgegenwart und privaten Beziehungen verankerten Linie auto/biographischen Schreibens. Dabei argumentiert er ihre autobiographische Qualität nicht über ihre formalen Eigenschaften, sondern über die auto/biographischen Praxis, aus der sie hervorgehen. Diese Praxis ist eine gemeinsame mit zwei beteiligten Schreibenden, wodurch sich autobiographisches und biographisches Schreiben, Schreiben und Lesen und eigenes und fremdes Leben als eng verschränkt erweisen.