„Selten das Corpus juris gefragt – oft das Herz, und allezeit die Todesstunde“. Zu Recht und Moral in August Wilhelm Ifflands Schauspiel Die Advokaten (1796)
摘要
Unter Berücksichtigung der zeitgenössischen Rezeption von August Wilhelm Ifflands Schauspiel Die Advokaten (1796) wird der irritierende Umgang mit Recht und Moral in dem bürgerlichen Familiendrama, in dem Verbrechen ungesühnt bleiben, analysiert und der Frage nachgegangen, wie mit der Rechtsprechung kollidierende Konflikte bewältigt werden. Als aufschlussreiche Hintergrunddiskurse für Ifflands überaus erfolgreiche Dramatik der Versöhnung figurieren die für die Theaterästhetik des 18. Jahrhunderts zentralen Funktionskonzepte einer Schaubühne als Sittenschule und Tribunal, die u. a. Gotthold Ephraim Lessing, Louis Sébastien Mercier und der junge Friedrich Schiller vertraten.