Ausgangspunkt des Beitrags ist die Bedeutung der Indizienlogik in Rechtsgeschichte, Semiotik und Literatur des 18. Jahrhunderts. Zwar ist der Rekurs auf das von Ginzburg eingeführte ‚Indizienparadigma‘ in der Forschung zur Kriminalliteratur für das 19. Jahrhundert allgegenwärtig, eine differenzierte Extrapolation dieses Konzepts für das 18. Jahrhundert und seiner Implikationen für eine historisch grundierte literaturwissenschaftliche Systematik ist aber bisher nicht erfolgt. Der Beitrag bezieht das Indiz daher auch nicht nur auf Formen des Kriminalgenres, sondern versteht es generell als Ausprägung unsicheren Wissens im Horizont von Geschichte und Methode konjekturaler Humanwissenschaften. Bestimmt wird hier das Indiz ganz grundsätzlich in seiner Funktion als Lektüreoperation, d. h. in seiner konstitutiven Ambivalenz zwischen Referenz und Evidenz, und dies in forensischen, semiotischen und philologischen Kontexten des 18. Jahrhunderts.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Vorformen von kriminalliterarischem Sinn. Indizien im 18. Jahrhundert

  • Antonia Eder

摘要

Ausgangspunkt des Beitrags ist die Bedeutung der Indizienlogik in Rechtsgeschichte, Semiotik und Literatur des 18. Jahrhunderts. Zwar ist der Rekurs auf das von Ginzburg eingeführte ‚Indizienparadigma‘ in der Forschung zur Kriminalliteratur für das 19. Jahrhundert allgegenwärtig, eine differenzierte Extrapolation dieses Konzepts für das 18. Jahrhundert und seiner Implikationen für eine historisch grundierte literaturwissenschaftliche Systematik ist aber bisher nicht erfolgt. Der Beitrag bezieht das Indiz daher auch nicht nur auf Formen des Kriminalgenres, sondern versteht es generell als Ausprägung unsicheren Wissens im Horizont von Geschichte und Methode konjekturaler Humanwissenschaften. Bestimmt wird hier das Indiz ganz grundsätzlich in seiner Funktion als Lektüreoperation, d. h. in seiner konstitutiven Ambivalenz zwischen Referenz und Evidenz, und dies in forensischen, semiotischen und philologischen Kontexten des 18. Jahrhunderts.