„T-Shirts aus Bangladesch“ – Modellieren im Kontext Bildung für nachhaltige Entwicklung
摘要
Die globale Textilindustrie ist entlang der Lieferkette mit ökologischen und sozialen Missständen verbunden. Insbesondere in den oftmals in Ländern des Globalen Südens verorteten Produktionsstätten, aber nicht nur dort herrschen schlechte Arbeitsbedingungen, u. a. eine weit unter dem existenzsichernden Mindestlohn liegende Entlohnung. Im Beitrag wird diese Thematik aufgegriffen und die Frage der Bezahlung von Näherinnen und Nähern in Bangladesch (als einem der größten Textilexporteure der Welt) ins Zentrum einer mathematischen Modellierung gestellt. Beschrieben wird ein Lernsetting zur Förderung von Modellierungskompetenzen, das im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung gleichzeitig soziales Lernen in globaler Dimension (vgl. Scheunpflug 2001, 2016) ermöglichen soll. Die Ausführungen beinhalten neben Erläuterungen zur Konzeption der Modellierungsaufgabe „Wie lange muss ein*e Näher*in (z. B. pro Tag, pro Woche oder pro Monat) in Bangladesch arbeiten, um von der T-Shirt-Produktion leben zu können?“ und zur unterrichtlichen Umsetzung in einer 10. Gymnasialklasse auch eine Analyse exemplarischer Lösungen von Schülerinnen und Schülern.