Dieser Beitrag befasst sich vor allem mit der Problematik, wie Kunstwerke und Kulturdenkmale zu Fragmenten werden und wie diese Fragmente in ihrer Materialität und Aussagekraft nachhaltig und langfristig erhalten, erforscht und vermittelt werden können, auch mittels digitaler Techniken. Damit verbunden ist die Frage, wie das Verständnis und die Wertschätzung von Fragmenten in unserer Gesellschaft mit Hilfe materieller bzw. digitaler oder hybrider Ergänzungen und Teilrekonstruktionen verbessert werden kann. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Möglichkeiten analoger und virtueller Vermittlung zu. Konzepte, Methoden und Techniken für die Erhaltung, Dokumentation und Präsentation fragmentierter Kunstwerke und Kulturdenkmale weisen grundsätzliche Unterschiede auf im Vergleich zum Umgang mit Fragmenten der Literatur, der Musik oder des digitalen Raums, auch wenn etliche Querverbindungen bestehen. Innovative digitale Techniken bieten viele Chancen für eine fundierte Erforschung, Konservierung und Restaurierung von Fragmenten, und dies in Verbindung mit einem behutsameren Handling, weil invasive Eingriffe in die überlieferte materielle Substanz reduziert und teils ganz vermieden werden. In der Praxis ist der vollständige Verzicht auf materielle Ergänzungen eher selten, meist entscheidet man sich für hybride Restaurierungen – eine oft schwierige Gratwanderung zwischen Materialität und Digitalität. Bei der Vermittlung von Fragmenten können sich analoge und digitale Verfahren sinnvoll ergänzen.

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Fragment

  • Ursula Schädler-Saub

摘要

Dieser Beitrag befasst sich vor allem mit der Problematik, wie Kunstwerke und Kulturdenkmale zu Fragmenten werden und wie diese Fragmente in ihrer Materialität und Aussagekraft nachhaltig und langfristig erhalten, erforscht und vermittelt werden können, auch mittels digitaler Techniken. Damit verbunden ist die Frage, wie das Verständnis und die Wertschätzung von Fragmenten in unserer Gesellschaft mit Hilfe materieller bzw. digitaler oder hybrider Ergänzungen und Teilrekonstruktionen verbessert werden kann. Eine wichtige Rolle kommt dabei den Möglichkeiten analoger und virtueller Vermittlung zu. Konzepte, Methoden und Techniken für die Erhaltung, Dokumentation und Präsentation fragmentierter Kunstwerke und Kulturdenkmale weisen grundsätzliche Unterschiede auf im Vergleich zum Umgang mit Fragmenten der Literatur, der Musik oder des digitalen Raums, auch wenn etliche Querverbindungen bestehen. Innovative digitale Techniken bieten viele Chancen für eine fundierte Erforschung, Konservierung und Restaurierung von Fragmenten, und dies in Verbindung mit einem behutsameren Handling, weil invasive Eingriffe in die überlieferte materielle Substanz reduziert und teils ganz vermieden werden. In der Praxis ist der vollständige Verzicht auf materielle Ergänzungen eher selten, meist entscheidet man sich für hybride Restaurierungen – eine oft schwierige Gratwanderung zwischen Materialität und Digitalität. Bei der Vermittlung von Fragmenten können sich analoge und digitale Verfahren sinnvoll ergänzen.