Der allgemeinen Bedeutung der „Volksgesundheit“ im „Dritten Reich“ entsprechend wurde auch der Krankenpflege von den Nationalsozialist*innen eine wichtige Rolle bei der Durchsetzung ihrer gesundheitspolitischen Ziele beigemessen. Diesem Umstand trug die Vereinheitlichung der Berufsorganisationen ebenso Rechnung wie die verbindlichen Ausbildungsregelungen zur allgemeinen Krankenpflege und zum Hebammenwesen von 1938. Die neu gebildete „NS-Schwesternschaft“ sollte als Elite in der Krankenpflege fungieren, der Beruf allgemein im Sinne des nationalsozialistischen Frauenbildes gesellschaftlich aufgewertet werden. Von dieser „Aufwertung“ ausgenommen war die psychiatrische Pflege, der eine tragende Rolle bei den als „Geheimsache“ behandelten Krankenmorden zukam, wenngleich diese Pflegenden einen geringen sozialen Status hatten. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges verlagerte das Verhungernlassen und Töten mit Medikamentenüberdosen das Sterben von Patient*innen dann in den unmittelbaren Alltag der Pflegenden, wobei diese Selektions- und Tötungsaufgaben übernahmen.

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Pflege im Nationalsozialismus

  • Maike Rotzoll,
  • Christof Beyer

摘要

Der allgemeinen Bedeutung der „Volksgesundheit“ im „Dritten Reich“ entsprechend wurde auch der Krankenpflege von den Nationalsozialist*innen eine wichtige Rolle bei der Durchsetzung ihrer gesundheitspolitischen Ziele beigemessen. Diesem Umstand trug die Vereinheitlichung der Berufsorganisationen ebenso Rechnung wie die verbindlichen Ausbildungsregelungen zur allgemeinen Krankenpflege und zum Hebammenwesen von 1938. Die neu gebildete „NS-Schwesternschaft“ sollte als Elite in der Krankenpflege fungieren, der Beruf allgemein im Sinne des nationalsozialistischen Frauenbildes gesellschaftlich aufgewertet werden. Von dieser „Aufwertung“ ausgenommen war die psychiatrische Pflege, der eine tragende Rolle bei den als „Geheimsache“ behandelten Krankenmorden zukam, wenngleich diese Pflegenden einen geringen sozialen Status hatten. In den letzten Jahren des Zweiten Weltkrieges verlagerte das Verhungernlassen und Töten mit Medikamentenüberdosen das Sterben von Patient*innen dann in den unmittelbaren Alltag der Pflegenden, wobei diese Selektions- und Tötungsaufgaben übernahmen.