Pflege und Migration
摘要
Pflegenotstände können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Ein Ansatz, den Pflegenotstand abzumildern, ist die Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland. In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden einige Tausend junge Frauen aus Südkorea, den Philippinen und dem südindischen Kerala angeworben. Das Kapitel diskutiert exemplarisch die Anwerbung von jungen Frauen aus Kerala – einem Bundesstaat mit großen christlichen Gemeinschaften. Dabei finden sich viele Ähnlichkeiten zur Anwerbung aus Südkorea und den Philippinen genauso wie zu jüngeren Anwerbebemühungen. Das Kapitel analysiert die Anwerbepraktiken sowie die involvierten Akteur*innen mit deren unterschiedlichen Agenden und zeigt, dass die Anwerbenden die Pflegekräfte primär als Arbeitskräfte und nicht als Menschen sahen. Damit verbunden war die Vorstellung, dass die Pflegekräfte aus dem Ausland flexibel eingesetzt werden können, wenn Mangel herrscht, und zurückgeschickt werden können, wenn der Gesundheitssektor sie nicht mehr braucht.