Die erste untersuchte Evokationsebene stellt die textuelle dar. Sobald Bezüge zu anderen Texten auch solche zu anderen Literaturen und Sprachen sind, gehören Texte nicht mehr nur einer literarischen Kultur an. Wird Weltliteratur aufgerufen, ist dies Indiz für die Adressierung eines weltweiten Publikums. In der Moderne wurde die Tradition pluralistischer, so dass der Rückgriff auf Klassiker, Gattungen und Formensprachen anderer Literaturen ein Signal für ein transnationales Publikum war. Autorinnen und Autoren versuchten, sich durch ihre eigenen Verweise auf diesen Kanon in den globalen literarischen Kanon einzuschreiben. Die neuen Intertexte bildeten ein transnationales Referenzsystem, das mit den nationalen und antiken Referenzsystemen konkurrierte. Anders als das frühere lateinische Universum der Intertexte und literarischen Bezüge zirkulierten die neuen nationalsprachlichen Fassungen weniger in ihren Originalsprachen, sondern mehr in Übersetzungen. Deutsche Autorinnen und Autoren sind mit einem Netzwerk der Weltliteratur verbunden. Diese These wird durch Paratexte und Intertexte in Werken von Brecht, Goethe, Rilke, W.G. Sebald oder Christian Kracht belegt.

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Internationalisierung des Textbezuges

  • Alexander Nebrig

摘要

Die erste untersuchte Evokationsebene stellt die textuelle dar. Sobald Bezüge zu anderen Texten auch solche zu anderen Literaturen und Sprachen sind, gehören Texte nicht mehr nur einer literarischen Kultur an. Wird Weltliteratur aufgerufen, ist dies Indiz für die Adressierung eines weltweiten Publikums. In der Moderne wurde die Tradition pluralistischer, so dass der Rückgriff auf Klassiker, Gattungen und Formensprachen anderer Literaturen ein Signal für ein transnationales Publikum war. Autorinnen und Autoren versuchten, sich durch ihre eigenen Verweise auf diesen Kanon in den globalen literarischen Kanon einzuschreiben. Die neuen Intertexte bildeten ein transnationales Referenzsystem, das mit den nationalen und antiken Referenzsystemen konkurrierte. Anders als das frühere lateinische Universum der Intertexte und literarischen Bezüge zirkulierten die neuen nationalsprachlichen Fassungen weniger in ihren Originalsprachen, sondern mehr in Übersetzungen. Deutsche Autorinnen und Autoren sind mit einem Netzwerk der Weltliteratur verbunden. Diese These wird durch Paratexte und Intertexte in Werken von Brecht, Goethe, Rilke, W.G. Sebald oder Christian Kracht belegt.