Maske und Masse. Pirandellos Uno, nessuno e centomila (1926)
摘要
Luigi Pirandello verwendet die Maskenmetapher zur meta-literarischen Beschreibung seiner Werke. So wird die Idee der Maskerade zu einem wichtigen Teil seiner Publikationsstrategie, die im letzten Lebensjahrzehnt des Autors an Relevanz gewinnt, als er sich des repräsentativen Gewichts seiner eigenen Figur bewusst wird. Im vorliegenden Beitrag wird sein letzter Roman Einer, keiner und hunderttausend (1926) als Versuch gelesen, die spezifisch literarischen Mittel einer Erzählung und eines in weiten Teilen selbstreflexiven Textes in einem künstlerischen Feld zu fördern, das von den Masken der Kinoleinwände bedroht zu sein scheint. Pirandellos Figur Moscarda besucht implizit typische Schauplätze des zeitgenössischen Kinos und setzt die von der frühen Massenpsychologie (Sighele, Tarde, Park) skizzierte negative Dialektik zwischen individueller Wahrnehmung und Massenbildern um. Der Roman zeigt, dass die paradoxe Auflösung des Schlusses eine rein imaginäre bleibt, die durch kein Kamerabild wiedergegeben werden kann.