Das Versprechen der Maske. Choreographien von Identität in Kunst und Alltag
摘要
Der vorliegende Aufsatz beleuchtet das Maskentragen in verschiedenen Bereichen aus kulturanthropologischer Sicht: Masken, die in Theater, Tanz, Performance, Kunst, aber auch in unserer alltäglichen Gesellschaft gegenwärtig sind. Sie werden unter dem Aspekt des Wandels von Wahrnehmung, Begegnung und Beziehungen zwischen Menschen und ihrer aktuellen Umwelt analysiert. Der Text zeigt, wie Maskeraden in unterschiedlichen kulturellen, sozialen und körperpolitischen Kontexten zur Herstellung, Markierung, Verschleierung von Identität beitragen. Dabei geht es nicht nur um das Rollenspiel menschlicher Beziehungen, sondern ebenso um die Herstellung von Distanz – zu sich selbst und zu anderen. Es ist jene maskierende Konfiguration des Blicks auf „Ich (als) Anderer“, die H. Plessner als Figur der „kalten persona“ für die Zeit der Weimarer Republik beschrieben hat. Dabei etabliert die Maske ein ‚Da-zwischen‘ auf der Ebene der Imagination, indem sie in Innen-Außen, Verbergen-Zeigen sowie Vor-Hinter der Maske sichtbar unterteilt. Das Spiel mit den Schichten und Grenzen der Maskerade wird am Beispiel der Fotografiin und Performancekünstlerin Gillian Wearing und der Tänzerin Isabelle Schad vergleichend kontrastiert.