Muster als Masken. Synthetische Gesichter in algorithmisch vernetzten Bildkulturen
摘要
In algorithmisch vernetzten Bildkulturen sind unsere lebendigen Gesichter zu körperlosen Masken geworden: Massenhaft digital erfasst und statistisch ausgewertet, lassen sie sich als immaterielle Datenmuster nahezu beliebig vom Körper ablösen und in die Produktion immer neuer synthetischer Gesichter einspeisen. Vor dem Hintergrund dieser Diagnose geht der bildwissenschaftliche Essay dem Verhältnis von Maske, Porträt und Gesicht unter digitalen Bedingungen nach. In den Blick geraten dabei unterschiedliche Bildprozesse der Synthese und Optimierung, Animation und Transformation von Gesichtern: KI-Bildgenerierung und „smarte“ Social-Media-Filter, Deepfakes und andere digitale (Re-)Animationen auf der Basis von Machine Learning ebenso wie aktuelle Technologien der computational photography. Ihnen allen gemein ist, dass sie das individuelle Gesicht nur als eine mögliche Variation von Mustern behandeln – als statistische Abweichung von Normen und Durchschnitten, als Variante des Generischen.