Komplexität typografischer Mittel im Leseprozess
摘要
Bei der Betrachtung von multimodalen Rezeptionsprozessen stehen neben Sprache-Bild-Kommunikaten zunehmend typografische Merkmale im Fokus der sprachdidaktischen Forschung. Diese werden allerdings eher global betrachtet, bspw. in Bezug auf eine problematische Anordnung von Textteilen oder unklare Hinweise hinsichtlich der Leserichtung. Viele Verlage bieten inhaltlich, sprachlich und visuell vereinfachte Zusatzmaterialien zu den Schulbüchern an, um die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen der Schüler*innen zu berücksichtigen. Welche Gestaltungsprinzipien den Rezeptionsprozess erleichtern oder erschweren, ist empirisches Desiderat. Der Beitrag rekonstruiert anhand von Laut-Denk- und Eye-Tracking-Daten aus einer explorativen Studie zu multimodalen Leseprozessen, wie Schüler*innen einer 6. Jahrgangsstufe mit unterschiedlichen Lernvoraussetzung typografische Mittel in unterschiedlich differenzierten Materialien zur Kohärenzherstellung im Leseprozess nutzen.