Die Grenzen rationalen Kalküls
摘要
Dieses Kapitel hinterfragt die Annahme, dass Entscheidungen im Wesentlichen rational und auf explizitem Wissen basierend getroffen werden. Es wird argumentiert, dass reale Entscheidungsprozesse stark auf impliziten Präferenzen und biografischen Prägungen basieren. Mit Bezug auf die Wissenssoziologie Mannheims und das Habituskonzept Bourdieus wird aufgezeigt, dass Akteure vor allem habitualisiert handeln und dass auf diese Weise biografische Erfahrung und gesellschaftliche Strukturen Eingang in individuelles Handeln finden und sich im konjunktiven Wissen der Subjekte niederschlagen. Mit der dokumentarischen Methode wird dargelegt, wie konjunktives Wissen rekonstruiert und reflektiert werden kann. Exemplarisch unterstreicht das Kapitel die Bedeutung des konjunktiven Wissens bei Entscheidungen im Kontext Klimawandel und plädiert für dessen Berücksichtigung in der pädagogischen Forschung und Praxis. Damit wirbt es für die Erweiterung des Konzepts der Bewertungskompetenz um die Dimension unbewusster, erfahrungsbasierter Wissensbestandteile und stellt eine Erweiterung rein rationaler Ansätze der Bewertungskompetenz dar.