Die Metaethik hat sich als Disziplin aus teilweise heterogenen Beiträgen der Philosophie entwickelt, die sich der methodischen Untersuchung der Grundlagen, der Sprache, Ontologie und Epistemologie der Moralphilosophie widmet. Dabei stehen vor allem zwei zentrale Fragestellungen im Mittelpunkt: Erstens die Erklärung der Passung ethischen Denkens in eine naturalistische Vorstellung der Realität und zweitens die Kompatibilität von metaethischen Theorien mit der Oberflächenstruktur moralischer Alltagspraxis. Im Gegensatz zur normativen Ethik analysiert die Metaethik nicht primär moralische Normen selbst, sondern reflektiert über ihre Gültigkeit, Bedeutung und kognitive bzw. expressive Natur. Der Text skizziert die historische Entwicklung sowie systematische Leitfragen der Metaethik, die von sprachphilosophischen, ontologischen, metaphysischen, erkenntnistheoretischen und moralpsychologischen Perspektiven aus behandelt werden. Klassische Debatten um Realismus vs. Anti-Realismus, kognitivistische vs. non-kognitivistische Positionen und Argumente wie Moores Open Question Argument, Geachs Frege-Geach-Argument oder Mackies Argument from Queerness strukturieren das Feld. Dabei zeigt sich, dass die Metaethik oft in Abhängigkeit von benachbarten Teildisziplinen wie Ontologie oder Epistemologie argumentiert, ohne dabei stets eine geschlossene ethische Theorie zu entwickeln.

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Philosophische Metadisziplinen: Metaethik

  • Jan-Hendrik Heinrichs

摘要

Die Metaethik hat sich als Disziplin aus teilweise heterogenen Beiträgen der Philosophie entwickelt, die sich der methodischen Untersuchung der Grundlagen, der Sprache, Ontologie und Epistemologie der Moralphilosophie widmet. Dabei stehen vor allem zwei zentrale Fragestellungen im Mittelpunkt: Erstens die Erklärung der Passung ethischen Denkens in eine naturalistische Vorstellung der Realität und zweitens die Kompatibilität von metaethischen Theorien mit der Oberflächenstruktur moralischer Alltagspraxis. Im Gegensatz zur normativen Ethik analysiert die Metaethik nicht primär moralische Normen selbst, sondern reflektiert über ihre Gültigkeit, Bedeutung und kognitive bzw. expressive Natur. Der Text skizziert die historische Entwicklung sowie systematische Leitfragen der Metaethik, die von sprachphilosophischen, ontologischen, metaphysischen, erkenntnistheoretischen und moralpsychologischen Perspektiven aus behandelt werden. Klassische Debatten um Realismus vs. Anti-Realismus, kognitivistische vs. non-kognitivistische Positionen und Argumente wie Moores Open Question Argument, Geachs Frege-Geach-Argument oder Mackies Argument from Queerness strukturieren das Feld. Dabei zeigt sich, dass die Metaethik oft in Abhängigkeit von benachbarten Teildisziplinen wie Ontologie oder Epistemologie argumentiert, ohne dabei stets eine geschlossene ethische Theorie zu entwickeln.