Das Wesentliche eines Kunstwerks ist nicht mit Worten zu beschreiben, sondern erst im Rezeptionsprozess vor den Objekten zu erfahren. Daher kann auch der religiöse Aspekt eines Bildes nicht nur lediglich thematisch erfasst werden. Das Bild stellt vielmehr ein umfassendes Ausdrucks- und Erlebnismedium dar. Die Rezeption von Bildern als Teil christlicher Lebenskunst gleicht daher einer geistlichen Übung, in die sich Gottes Heiliger Geist unverfügbar einmischen kann. Das sich zwischen Bild und Betrachter vollziehende interaktive Geschehen wird zunächst allgemein mittels ausgewählter kunstwissenschaftlicher Theoriemodelle zur Rezeption von Bildern (Max Imdahl, John Berger, Horst Bredekamp und Johannes Grave) beschrieben. Anschließend wird die spezifische Leistung einer christlichen Lebenskunst im Umgang mit Bildern anhand von drei Arbeiten des 1964 geborenen bildenden Künstlers Gerhard Rießbeck exemplarisch verdeutlicht. Bilder erweisen sich dabei als geistliche Erlebnisräume, die vom Wirken des dreieinigen Gottes in Anspruch genommen und zu Quellen christlicher Lebensdeutung werden können. Der in die christliche Lebenskunst integrierte Umgang mit Bildern macht jedoch ein sich dem Gespräch mit der kunstwissenschaftlichen Theoriebildung verdankendes Instrumentarium des Betrachters erforderlich.

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Christliche Lebenskunst im Umgang mit Bildern

  • Klaus Raschzok

摘要

Das Wesentliche eines Kunstwerks ist nicht mit Worten zu beschreiben, sondern erst im Rezeptionsprozess vor den Objekten zu erfahren. Daher kann auch der religiöse Aspekt eines Bildes nicht nur lediglich thematisch erfasst werden. Das Bild stellt vielmehr ein umfassendes Ausdrucks- und Erlebnismedium dar. Die Rezeption von Bildern als Teil christlicher Lebenskunst gleicht daher einer geistlichen Übung, in die sich Gottes Heiliger Geist unverfügbar einmischen kann. Das sich zwischen Bild und Betrachter vollziehende interaktive Geschehen wird zunächst allgemein mittels ausgewählter kunstwissenschaftlicher Theoriemodelle zur Rezeption von Bildern (Max Imdahl, John Berger, Horst Bredekamp und Johannes Grave) beschrieben. Anschließend wird die spezifische Leistung einer christlichen Lebenskunst im Umgang mit Bildern anhand von drei Arbeiten des 1964 geborenen bildenden Künstlers Gerhard Rießbeck exemplarisch verdeutlicht. Bilder erweisen sich dabei als geistliche Erlebnisräume, die vom Wirken des dreieinigen Gottes in Anspruch genommen und zu Quellen christlicher Lebensdeutung werden können. Der in die christliche Lebenskunst integrierte Umgang mit Bildern macht jedoch ein sich dem Gespräch mit der kunstwissenschaftlichen Theoriebildung verdankendes Instrumentarium des Betrachters erforderlich.