Sind alle Dinge widersprüchlich? Žižek und Brandom über das materialistische Erbe der Metaphysik Hegels
摘要
Robert Brandom ist (neben Robert Pippin) einer der Hegelianer, mit denen sich Žižek besonders intensiv auseinandersetzt. Er sieht in dessen Werk das Erbe Hegels in Gefahr und betont die Unterschiede ihrer Interpretationen. So legt Brandom den deutschen Idealisten als Vorläufer einer pragmatischen Semantik aus, die mit Einsichten von Frege, Sellars und Wittgenstein kombiniert werden kann. Für Žižek hingegen repräsentiert Hegel eine Ontologie des Antagonismus, die eher dem dialektischen Materialismus entspricht. Die Debatte zwischen beiden zeigt die Parallaxe, also den unüberbrückbaren Unterschied in den Sichtweisen: Brandoms Hegel strebt eine Versöhnung von Geist und Welt an, während Žižeks Hegel die inhärente Nicht-Identität und Negativität der Dinge betont. Diese fundamentale Differenz reflektiert die unterschiedlichen philosophischen Traditionen und Zielsetzungen beider Denker.