Reisen: Schicksal, Sehnsucht und Gefahr im Reisetopos. Die Tankstelle in deutschsprachigen Narrativen
摘要
Als Nicht- und Transitorte sind Tankstellen nicht nur a-sozial und funktionsgebunden; sie sind umwelt- und lebensfeindlich. Zugleich sind sie das Mittel zum Weiterkommen, zum Aufbruch. Gerade deshalb eignen sie sich für symbolische Aufladungen: es ist nicht ihre Leere, sondern die Überlagerung von Fernsucht, Reiselust und Verfügbarkeit auf der einen und Unpersönlichkeit, Isolation und Gefahr auf der anderen Seite, die Tankstellen zu potenten Narrations-Katalysatoren macht. Als erzählter Raum bildet die Tankstelle eine Heterotopie, die Zirkulation, Unterwegssein und Schicksalhaftigkeit in sich vereint; an ihr als realem Ort setzt sich die Kontingenz der Welt einfach fort. In den besprochenen Werken zeigt sich das Gemeinsame in der Vielseitigkeit ihrer Bedeutung in verschiedenen Narrativen – zwischen Melancholie, Intimität, Sehnsucht, Arbeit, Coolness und schwelendem Geschehen.