Polytrauma im alpinen Umfeld
摘要
Die Versorgung von Polytraumatisierten zählt zu den schwierigsten Aufgaben in der präklinischen Notfallmedizin. Im gebirgigen Umfeld kann das Polytrauma-Management durch zahlreiche erschwerende Faktoren zu einer besonderen Herausforderung werden. Extreme Umweltbedingungen, alpine Gefahren und die Abgelegenheit eines Notfallorts haben großen Einfluss auf eine Rettungsaktion und die notfallmedizinische Therapie und können das Notfallteam an die Grenzen des Machbaren bringen. Kurze Versorgungszeiten bis zum Beginn der notfallmedizinischen Stabilisierung am Unfallort und ein schneller und schonender Transport in ein Traumazentrum sind wesentlich, können aber beim Alpinunfall oft nicht erreicht werden. Wesentlich ist die Einschätzung des Verletzungsmusters und -schweregrades anhand des Traumamechanismus. Grundlegende Maßnahmen, die am Notfallort durchgeführt werden sollen, sind Blutstillung, Stabilisierung von Atmung und Kreislauf, Analgesie, Reposition und Schienung von Frakturen, Anlegen eines Beckengurts, stabile Lagerung und Schutz vor Auskühlung. Als Richtlinie für das Polytrauma-Management beim Alpinunfall dient der Algorithmus der Internationalen Kommission für Alpine Notfallmedizin (ICAR MedCom).