Von Schulbeginn an unterscheiden sich Lernende erheblich im Erfolg ihrer Lernbemühungen. Während einige Schülerinnen und Schüler keinerlei Probleme zeigen, verzeichnen andere häufig Misserfolge. Von Lernschwächen bzw. Lernstörungen wird allgemein dann gesprochen, wenn es zu einem bedeutsamen und auch zeitlich überdauernden Leistungsversagen kommt. Der Begriff der Lernschwierigkeiten wird meist etwas weiter gefasst und beinhaltet auch zeitlich begrenzte Leistungsprobleme (vgl. Gold 2018; Hasselhorn & Gold 2022). Minderleistungen im Lesen, Rechtschreiben und Rechnen werden dann als „erwartungswidrig“ bezeichnet, wenn es sich um umschriebene, also auf einen spezifischen Leistungsbereich beschränkte Probleme handelt und die Intelligenz der Kinder im durchaus normalen Bereich liegt. Allgemein lernschwache Schülerinnen und Schüler weisen demgegenüber Probleme in fast allen schulrelevanten Leistungsbereichen auf, was häufig mit unterdurchschnittlicher Intelligenz einhergeht. Im vorliegenden Kapitel werden Lern- und Leistungsstörungen in den zentralen Bereichen Schriftsprache und Mathematik in ihrer Entstehung, ihren Symptomen, ihrem Verlauf und ihren Behandlungsmöglichkeiten genauer beschrieben. Zusätzlich wird auf die besondere Rolle von Verhaltensstörungen eingegangen, die sowohl als Auslöser, Verstärker und Konsequenzen von Lern- und Leistungsstörungen einzustufen sind, also eng mit der Entwicklung von Lernschwierigkeiten verknüpft sein können.

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Lern- und Verhaltensstörungen

  • Wolfgang Schneider,
  • Wolfgang Lenhard,
  • Peter Marx

摘要

Von Schulbeginn an unterscheiden sich Lernende erheblich im Erfolg ihrer Lernbemühungen. Während einige Schülerinnen und Schüler keinerlei Probleme zeigen, verzeichnen andere häufig Misserfolge. Von Lernschwächen bzw. Lernstörungen wird allgemein dann gesprochen, wenn es zu einem bedeutsamen und auch zeitlich überdauernden Leistungsversagen kommt. Der Begriff der Lernschwierigkeiten wird meist etwas weiter gefasst und beinhaltet auch zeitlich begrenzte Leistungsprobleme (vgl. Gold 2018; Hasselhorn & Gold 2022). Minderleistungen im Lesen, Rechtschreiben und Rechnen werden dann als „erwartungswidrig“ bezeichnet, wenn es sich um umschriebene, also auf einen spezifischen Leistungsbereich beschränkte Probleme handelt und die Intelligenz der Kinder im durchaus normalen Bereich liegt. Allgemein lernschwache Schülerinnen und Schüler weisen demgegenüber Probleme in fast allen schulrelevanten Leistungsbereichen auf, was häufig mit unterdurchschnittlicher Intelligenz einhergeht. Im vorliegenden Kapitel werden Lern- und Leistungsstörungen in den zentralen Bereichen Schriftsprache und Mathematik in ihrer Entstehung, ihren Symptomen, ihrem Verlauf und ihren Behandlungsmöglichkeiten genauer beschrieben. Zusätzlich wird auf die besondere Rolle von Verhaltensstörungen eingegangen, die sowohl als Auslöser, Verstärker und Konsequenzen von Lern- und Leistungsstörungen einzustufen sind, also eng mit der Entwicklung von Lernschwierigkeiten verknüpft sein können.