Jede Schülerin bzw. jeder Schüler ist einzigartig, daher sind die Klassen in unseren Schulen selbstverständlich heterogen. Aus pädagogischer Perspektive besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass diese Heterogenität den Normalfall darstellt und als Chance für die Gestaltung perspektivenreicher Lernumgebungen genutzt werden sollte. Lehrkräfte benötigen Kompetenzen, um adäquat auf die Heterogenität ihrer Schülerschaft zu reagieren und diese in ihr Unterrichtshandeln einzubeziehen. Die Ergebnisse aktueller Schulleistungsstudien zeigen jedoch insbesondere mit Blick auf die soziale und kulturelle Herkunft von Schülerinnen und Schülern, dass dies noch nicht immer gelingt und Heterogenität in Lerngruppen von der Gesellschaft vielmehr als problematisch wahrgenommen wird. Ziel dieses Kapitels ist es, über aktuelle Theorieansätze und empirische Befunde zur Heterogenität der Schülerschaft in Lehr-Lern-Kontexten aus der nationalen und internationalen Forschung zu informieren. Dabei wird Bezug genommen auf Theorieansätze, die in den übrigen Kapiteln dieses Lehrbuches erläutert werden. Das Kapitel beginnt mit einer Begriffsbestimmung und präsentiert ein Rahmenmodell zur Heterogenität in Lehr-Lern-Kontexten. Im Anschluss werden vier Heterogenitätsdimensionen diskutiert, die in deutschen Klassenzimmern aktuell besonders prävalent sind und denen viel Aufmerksamkeit in der Bildungsforschung geschenkt wird: (a) Geschlecht, (b) sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität, (c) Migrationshintergrund, (d) soziale Herkunft. Das Kapitel schließt mit Folgerungen, wie Lehrkräfte kompetent und diversitätssensibel auf unterschiedliche Dimensionen von Heterogenität in ihrem Klassenzimmer eingehen können.

错误:搜索内容不能为空,请输入英文关键词
错误:关键词超出字数限制,请精简
高级检索

Heterogenität in Lehr-Lern-Kontexten

  • Andreas Gegenfurtner,
  • Anita Tobisch,
  • Ulrike E. Nett

摘要

Jede Schülerin bzw. jeder Schüler ist einzigartig, daher sind die Klassen in unseren Schulen selbstverständlich heterogen. Aus pädagogischer Perspektive besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass diese Heterogenität den Normalfall darstellt und als Chance für die Gestaltung perspektivenreicher Lernumgebungen genutzt werden sollte. Lehrkräfte benötigen Kompetenzen, um adäquat auf die Heterogenität ihrer Schülerschaft zu reagieren und diese in ihr Unterrichtshandeln einzubeziehen. Die Ergebnisse aktueller Schulleistungsstudien zeigen jedoch insbesondere mit Blick auf die soziale und kulturelle Herkunft von Schülerinnen und Schülern, dass dies noch nicht immer gelingt und Heterogenität in Lerngruppen von der Gesellschaft vielmehr als problematisch wahrgenommen wird. Ziel dieses Kapitels ist es, über aktuelle Theorieansätze und empirische Befunde zur Heterogenität der Schülerschaft in Lehr-Lern-Kontexten aus der nationalen und internationalen Forschung zu informieren. Dabei wird Bezug genommen auf Theorieansätze, die in den übrigen Kapiteln dieses Lehrbuches erläutert werden. Das Kapitel beginnt mit einer Begriffsbestimmung und präsentiert ein Rahmenmodell zur Heterogenität in Lehr-Lern-Kontexten. Im Anschluss werden vier Heterogenitätsdimensionen diskutiert, die in deutschen Klassenzimmern aktuell besonders prävalent sind und denen viel Aufmerksamkeit in der Bildungsforschung geschenkt wird: (a) Geschlecht, (b) sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität, (c) Migrationshintergrund, (d) soziale Herkunft. Das Kapitel schließt mit Folgerungen, wie Lehrkräfte kompetent und diversitätssensibel auf unterschiedliche Dimensionen von Heterogenität in ihrem Klassenzimmer eingehen können.