Im vorliegenden Kapitel wird erklärt, was die Entwicklungspsychologie ausmacht, womit sie sich beschäftigt, wozu sie dienen kann und welche Bedeutung sie für das Handeln einer Lehrkraft haben kann. Dabei werden unterschiedliche Betrachtungsweisen des Selbstverständnisses der Entwicklungspsychologie angesprochen (Baltes, Lindenberger & Staudinger 2006), Grundbegriffe definiert und versucht, diese gegeneinander abzugrenzen. Da Veränderungen und Stabilitäten im zeitlichen Verlauf von Interesse sind, gilt es, sich mit dem Lebensalter und anderen zeitbezogenen Konzepten auseinanderzusetzen. Zwei große Debatten der Entwicklungspsychologie, zum einen die Frage, wie sich Entwicklung vollzieht und zum anderen die Frage, welcher Anteil von Entwicklung durch die Erbanlage und welcher durch die Umwelt determiniert ist, werden fokussiert. Um ein Verständnis für Bedingungen und Modelle der Entwicklung zu gewährleisten, werden biologische Grundlagen in den Abschnitten Genetik, Epigenetik und Verhaltensgenetik erörtert. Theorien und Modelle leiten auch in der Entwicklungspsychologie den Erkenntnisgewinn. Die wichtigsten Theorien werden dargestellt und Möglichkeiten ihrer Einteilung erörtert. Forschungsmethoden sind in der Entwicklungspsychologie aufgrund der großen interessierenden Altersspanne (von der Konzeption bis zum Tod) ein kritisches Merkmal. So kann beispielsweise untersucht werden, ob wenige Monate alte Säuglinge Farbunterschiede wahrnehmen können, auch wenn sie nicht in der Lage sind, dies sprachlich mitzuteilen. Möglichkeiten der Datengewinnung und Besonderheiten der Stichprobenauswahl werden erörtert. In einer Zusammenfassung werden diejenigen Bedingungen und Modelle der Entwicklung nochmals aufgegriffen, die für eine Lehrkraft handlungskritische Implikationen haben können.

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Modelle und Bedingungen der Entwicklung

  • Katja Seitz-Stein,
  • Valérie-Danielle Berner

摘要

Im vorliegenden Kapitel wird erklärt, was die Entwicklungspsychologie ausmacht, womit sie sich beschäftigt, wozu sie dienen kann und welche Bedeutung sie für das Handeln einer Lehrkraft haben kann. Dabei werden unterschiedliche Betrachtungsweisen des Selbstverständnisses der Entwicklungspsychologie angesprochen (Baltes, Lindenberger & Staudinger 2006), Grundbegriffe definiert und versucht, diese gegeneinander abzugrenzen. Da Veränderungen und Stabilitäten im zeitlichen Verlauf von Interesse sind, gilt es, sich mit dem Lebensalter und anderen zeitbezogenen Konzepten auseinanderzusetzen. Zwei große Debatten der Entwicklungspsychologie, zum einen die Frage, wie sich Entwicklung vollzieht und zum anderen die Frage, welcher Anteil von Entwicklung durch die Erbanlage und welcher durch die Umwelt determiniert ist, werden fokussiert. Um ein Verständnis für Bedingungen und Modelle der Entwicklung zu gewährleisten, werden biologische Grundlagen in den Abschnitten Genetik, Epigenetik und Verhaltensgenetik erörtert. Theorien und Modelle leiten auch in der Entwicklungspsychologie den Erkenntnisgewinn. Die wichtigsten Theorien werden dargestellt und Möglichkeiten ihrer Einteilung erörtert. Forschungsmethoden sind in der Entwicklungspsychologie aufgrund der großen interessierenden Altersspanne (von der Konzeption bis zum Tod) ein kritisches Merkmal. So kann beispielsweise untersucht werden, ob wenige Monate alte Säuglinge Farbunterschiede wahrnehmen können, auch wenn sie nicht in der Lage sind, dies sprachlich mitzuteilen. Möglichkeiten der Datengewinnung und Besonderheiten der Stichprobenauswahl werden erörtert. In einer Zusammenfassung werden diejenigen Bedingungen und Modelle der Entwicklung nochmals aufgegriffen, die für eine Lehrkraft handlungskritische Implikationen haben können.