Rückzug und Revolte im Wald: Ir/reversible Transformationen menschlicher Materialität in José Saramagos Erzählung „Coisas“ (1978) und Marie Darrieussecqs Roman Notre vie dans les forêts (2017)
摘要
Der Beitrag untersucht zwei Szenarien eines Rückzugs vor einem Überwachungsstaat in den Wald unter verschiedenen medialen Bedingungen: Marie Darrieussecqs Roman Notre vie dans les forêts von 2017 inszeniert eine digitale dystopische Gesellschaft, in denen ‚Superreiche‘ mit Klonen ihr Leben verlängern, die sie in Unkenntnis ihrer Herkunft lassen und über die sie in einem System totaler digitaler Überwachung maximale Kontrolle ausüben. In José Saramagos Kurzgeschichte „Coisas“ von 1978 spielt sich die Verdinglichung innerhalb analoger Verhältnisse ab, insofern sich in Gegenstände verwandelte Menschen in einer konzertierten Revolte gegen die diktatorische Überwachung durch Radio, Fernsehen und Polizei durch ihre Zurückverwandlung in Menschen auflehnen. In beiden Texten ziehen sich die Rebellierenden vor der Überwachung in den Wald zurück, doch während „Coisas“ dort in eine mythische Urszene mündet, sind die Wälder in Notre vie dans les forêts ein Sammelort von verletzten Menschen und Klonen mit unterschiedlichen Zielen.