In der französischen Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit spielt der Wald als Natur- und Kulturort eine herausragende Rolle, die sich insbesondere aus der hohen politischen Bedeutung der Jagd auf Wildtiere ableitet. Im Absolutismus dienten elitäre Jagdformen wie die chasse à courre, auch vènerie oder Parforce-Jagd genannt, vorrangig als Herrschaftsinstrument adeliger Machtausübung, mit spürbaren Auswirkungen auf die Domestizierung bewaldeter Gebiete, wie bspw. in Chambord, Versailles, Compiègne oder Fontainebleau. Der vorliegende Beitrag untersucht den Wald als Aushandlungsort der asymmetrischen Mensch-Tier-Umwelt-Beziehungen im Frankreich des 17. bis 19. Jahrhunderts und bietet eine kulturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Beispiele aus der bildenden Kunst und der Literatur. Auf der Grundlage von Ansätzen aus den Human-Animal Studies und der strukturalistischen Raumtheorie soll der Frage nachgegangen werden, welche Funktionen der Wald als künstlerischer Raum in den Werken von Jean-Baptiste Oudry, François Desportes und Alexandre Toussaint de Gaigne repräsentiert.

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„Du cerf suivons la trace, De forêt en forêt.“ Der Wald als adeliges Jagdgebiet in der französischen Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit

  • Julien Bobineau

摘要

In der französischen Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit spielt der Wald als Natur- und Kulturort eine herausragende Rolle, die sich insbesondere aus der hohen politischen Bedeutung der Jagd auf Wildtiere ableitet. Im Absolutismus dienten elitäre Jagdformen wie die chasse à courre, auch vènerie oder Parforce-Jagd genannt, vorrangig als Herrschaftsinstrument adeliger Machtausübung, mit spürbaren Auswirkungen auf die Domestizierung bewaldeter Gebiete, wie bspw. in Chambord, Versailles, Compiègne oder Fontainebleau. Der vorliegende Beitrag untersucht den Wald als Aushandlungsort der asymmetrischen Mensch-Tier-Umwelt-Beziehungen im Frankreich des 17. bis 19. Jahrhunderts und bietet eine kulturwissenschaftliche Analyse ausgewählter Beispiele aus der bildenden Kunst und der Literatur. Auf der Grundlage von Ansätzen aus den Human-Animal Studies und der strukturalistischen Raumtheorie soll der Frage nachgegangen werden, welche Funktionen der Wald als künstlerischer Raum in den Werken von Jean-Baptiste Oudry, François Desportes und Alexandre Toussaint de Gaigne repräsentiert.