Die Notfallthorakotomie ist eine sofortige Intervention für Traumapatienten „in extremis“ oder im traumatischen Kreislaufstillstand (TCA) und empfohlener Bestandteil z. B. der ERC-Reanimationsleitlinie oder S3-Leitlinie Schwerverletztenversorgung [1–3]. Der Algorithmus „Traumatischer Periarrest/-Kreislaufstillstand“ der ERC-Leitlinie (◘ Abb. 5.1) stellt eine Basis des Vorgehens bei einem TCA dar und kann invasiv-eskalierend bis zur Option der Notfallthorakotomie abgearbeitet werden [1]. Bei der Notfallthorakotomie im Kreislaufstillstand (handelt es sich um eine lebensrettende, maximalinvasive, individualmedizinische, leitlinienabgesicherte Prozedur, welche bei gegebener Indikation prähospital und unabhängig von der Fachgebietsbezeichnung Chirurgie zur Anwendung kommen kann. Es ist zu betonen, dass für diese Prozedur mehrere Bezeichnungen verwendet werden. In der deutschen Übersetzung der europäischen Leitlinien zur Traumareanimation wird ebenso der Begriff der „Notfallthorakotomie“ verwendet, während die europäischen Autoren den Begriff „(Prehospital) Resuscitative Thoracotomy“ ([PH]RT) nutzen. Die Autoren des Kapitels schließen sich der Übersetzung des German Resuscitation Councils im Folgenden an, allerdings sollte darauf hingewiesen werden, dass der Begriff „Notfallthorakotomie“ unterschiedlich besetzt sein kann [1, 2]. Insbesondere an der Schnittstelle Rettungsdienst/Krankenhaus ändert sich seine Bedeutung in Richtung eines chirurgischen Vorgehens. Beispielsweise beinhaltet die chirurgische Notfallthorakotomie in der Regel keinen Clamshell-Zugang. sondern eine einseitige Thorakotomie. Insofern wäre im Sinne einer besseren Abgrenzung die Übersetzung zu „Reanimationsthorakotomie“ ebenso gerechtfertigt gewesen. Die korrekte Definition dieser Begrifflichkeiten ist für deren korrekten Beschreibung und letztlich auch für die Akzeptanz dieser Maßnahme im Sinne einer Notfallprozedur von hoher Bedeutung. Denn die Wiederherstellung der ursprünglichen Anatomie ist nicht ihr primäres Ziel, sondern die der Physiologie (zur Aufrechterhaltung bzw. Etablierung eines Minimalkreislaufes). Andernfalls erreichen diese Patienten den Schockraum kaum lebend. Eine alleinige externe Thoraxkompression bei nicht adressierter reversibler Ursache des TCA ist in aller Regel nicht erfolgversprechend („Don’t Pump an Empty Heart“) [1, 3].

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  • Jürgen Knapp,
  • Carl Christian Hahn,
  • Erik Popp,
  • Christoph Simon,
  • Alexander Schlier,
  • Matthias Wolff,
  • Matthias Bayer,
  • Fabian Edinger,
  • Ralf Müllenbach,
  • Thomas Hamp,
  • Stephan Katzenschlager,
  • Wolf Hautz

摘要

Die Notfallthorakotomie ist eine sofortige Intervention für Traumapatienten „in extremis“ oder im traumatischen Kreislaufstillstand (TCA) und empfohlener Bestandteil z. B. der ERC-Reanimationsleitlinie oder S3-Leitlinie Schwerverletztenversorgung [1–3]. Der Algorithmus „Traumatischer Periarrest/-Kreislaufstillstand“ der ERC-Leitlinie (◘ Abb. 5.1) stellt eine Basis des Vorgehens bei einem TCA dar und kann invasiv-eskalierend bis zur Option der Notfallthorakotomie abgearbeitet werden [1]. Bei der Notfallthorakotomie im Kreislaufstillstand (handelt es sich um eine lebensrettende, maximalinvasive, individualmedizinische, leitlinienabgesicherte Prozedur, welche bei gegebener Indikation prähospital und unabhängig von der Fachgebietsbezeichnung Chirurgie zur Anwendung kommen kann. Es ist zu betonen, dass für diese Prozedur mehrere Bezeichnungen verwendet werden. In der deutschen Übersetzung der europäischen Leitlinien zur Traumareanimation wird ebenso der Begriff der „Notfallthorakotomie“ verwendet, während die europäischen Autoren den Begriff „(Prehospital) Resuscitative Thoracotomy“ ([PH]RT) nutzen. Die Autoren des Kapitels schließen sich der Übersetzung des German Resuscitation Councils im Folgenden an, allerdings sollte darauf hingewiesen werden, dass der Begriff „Notfallthorakotomie“ unterschiedlich besetzt sein kann [1, 2]. Insbesondere an der Schnittstelle Rettungsdienst/Krankenhaus ändert sich seine Bedeutung in Richtung eines chirurgischen Vorgehens. Beispielsweise beinhaltet die chirurgische Notfallthorakotomie in der Regel keinen Clamshell-Zugang. sondern eine einseitige Thorakotomie. Insofern wäre im Sinne einer besseren Abgrenzung die Übersetzung zu „Reanimationsthorakotomie“ ebenso gerechtfertigt gewesen. Die korrekte Definition dieser Begrifflichkeiten ist für deren korrekten Beschreibung und letztlich auch für die Akzeptanz dieser Maßnahme im Sinne einer Notfallprozedur von hoher Bedeutung. Denn die Wiederherstellung der ursprünglichen Anatomie ist nicht ihr primäres Ziel, sondern die der Physiologie (zur Aufrechterhaltung bzw. Etablierung eines Minimalkreislaufes). Andernfalls erreichen diese Patienten den Schockraum kaum lebend. Eine alleinige externe Thoraxkompression bei nicht adressierter reversibler Ursache des TCA ist in aller Regel nicht erfolgversprechend („Don’t Pump an Empty Heart“) [1, 3].