Problemorientierung im Psychologieunterricht
摘要
Problemorientierung ist ein didaktisches Prinzip, das die Planung von Unterrichtsreihen und Einzelstunden strukturiert. Während sie in der Fachdidaktik anderer Fächer, z. B. Geschichte, schon lange konzeptionell verankert ist, existiert bisher keine systematische Aufarbeitung für das Unterrichtsfach Psychologie, obwohl die zugrunde liegenden theoretischen Bezüge sogar aus der psychologischen Forschung stammen. Im Folgenden wird dieser theoretische Hintergrund aufgespannt und die Verankerung des Konzepts in anderen Fächern verdeutlicht (Abschn. 9.2), bevor die Merkmale und die didaktische Konstruktion von Problemen behandelt werden (Abschn. 9.3). Außerdem werden die Verbindungen zu anderen fachdidaktischen Konzepten herausgearbeitet, zum Beispiel zur Konzeptverändernden Didaktik (Abschn. 9.4.1) und zur Urteilsbildung (Abschn. 9.4.2), welche in diesem Lehrbuch an anderer Stelle ausführlich behandelt werden (siehe Tulis & Schiffl, Kap. 6; Schreiber & Patrzek, Kap. 5), aber auch zum Forschenden Lernen (Abschn. 9.4.3) und zum Problemorientierten Lernen, wie es für die Hochschuldidaktik entwickelt wurde (Abschn. 9.4.4). Schließlich werden die Implikationen für den Psychologieunterricht diskutiert (Abschn. 9.5) und an einem Unterrichtsvorhaben zur Bindungsforschung illustriert (Abschn. 9.5.1, 9.5.2), in dem die Schüler*innen mit der Frage – dem Problem – konfrontiert werden, ob die Bindungstheorie Erklärungen für die Herausbildung rechtsradikaler Auffassungen anbieten kann, was durch psychologische Studien nahegelegt wird. Abschließend werden das Potenzial, aber auch offene Fragen zu diesem Konzept diskutiert (Abschn. 9.6, 9.7).