Mein Beitrag analysiert die frühneuhochdeutschen Übersetzungen der lateinischen Kreuzzugschronik des Robertus Monachus. Die um 1110 verfasste Erzählung enthält die bekannteste Darstellung des Konzils von Clermont, auf dem Urban II. zum ersten Kreuzzug aufrief. Anders als häufig vermutet, erlaubte der Papst damals die eigenständige Teilnahme von Frauen, wobei er vermutlich an bedeutende Fürstinnen wie Mathilde von Tuszien dachte. Die Übersetzer des 15. Jahrhunderts passten die Aussagen Urbans II. an die Normen ihrer Zeit an und formulierten die Bedingungen für die weibliche Kreuzzugsteilnahme restriktiver. Als eine der deutschen Fassungen, die wohl auf Heinrich Steinhöwel zurückgeht, im Jahr 1482 in den Druck kam, wurden die Regelungen des Papstes durch einige Druckfehler unverständlich. Die ‚Korrekturen‘ der zweiten Auflage von 1502 führten dazu, dass Frauen nicht mehr als eigenständige Akteurinnen der Kreuzzugsbewegung erschienen, sondern nur noch als marginalisierte Randfiguren.

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Die Marginalisierung von Kreuzfahrerinnen in frühneuhochdeutschen Übersetzungen der Chronik des Robertus Monachus

  • Georg Strack

摘要

Mein Beitrag analysiert die frühneuhochdeutschen Übersetzungen der lateinischen Kreuzzugschronik des Robertus Monachus. Die um 1110 verfasste Erzählung enthält die bekannteste Darstellung des Konzils von Clermont, auf dem Urban II. zum ersten Kreuzzug aufrief. Anders als häufig vermutet, erlaubte der Papst damals die eigenständige Teilnahme von Frauen, wobei er vermutlich an bedeutende Fürstinnen wie Mathilde von Tuszien dachte. Die Übersetzer des 15. Jahrhunderts passten die Aussagen Urbans II. an die Normen ihrer Zeit an und formulierten die Bedingungen für die weibliche Kreuzzugsteilnahme restriktiver. Als eine der deutschen Fassungen, die wohl auf Heinrich Steinhöwel zurückgeht, im Jahr 1482 in den Druck kam, wurden die Regelungen des Papstes durch einige Druckfehler unverständlich. Die ‚Korrekturen‘ der zweiten Auflage von 1502 führten dazu, dass Frauen nicht mehr als eigenständige Akteurinnen der Kreuzzugsbewegung erschienen, sondern nur noch als marginalisierte Randfiguren.