(Indigene) juristisch-notarielle Schreibpraxis und koloniale Translationspraxis
摘要
Dieses Kapitel thematisiert, basierend auf den Erkenntnissen aus Kapitel 2, die indigene Schreibpraxis in der juristisch-notariellen Sphäre sowie die Praxis von Translation zwischen indigenen Sprachen und dem Spanischen während der Kolonialherrschaft in Mittelamerika. Hier wird insbesondere auf die Akteursgruppe der escribanos, kolonialer Gerichtsschreiber, eingegangen. In einem weiteren Schritt wird der Faktor Translation in der juristisch-notariellen Sphäre der spanischen Kolonialherrschaft beleuchtet. Dies geht auch mit einer vor dem Hintergrund des aktuellen Forschungsstands notwendigen Erörterung der Begriffe Sprachpolitik und Translationspolitik einher. Auf dieser Basis können schließlich zentrale Akteursgruppen identifiziert und beschrieben werden, die an den kolonialen Translationsprozessen beteiligt und somit auch für den gegebenen Kontext der Textproduktion relevant waren. Vor dem Hintergrund dieses Wissens wird schließlich die Schreibpraxis und Translation im Kontext der alcaldía mayor Villa Alta umrissen, um eine historisch-kontextuelle Basis für die eigentliche Textanalyse zu schaffen.